Energie, Terrorismus

Verband hĂ€lt weitere StromnetzanschlĂ€ge fĂŒr möglich

05.01.2026 - 20:45:48

Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz könnte sich nach EinschĂ€tzung des Betreiberverbands VKU in jeder anderen deutschen Stadt wiederholen."Berlin ist kein Einzelfall, im Prinzip sind solche AnschlĂ€ge ĂŒberall möglich", sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe).

"Es muss nicht bei Stromleitungen bleiben, auch die Wasserversorgung ist gefÀhrdet", warnte er.

Die Energieversorgung in Deutschland sei zuverlĂ€ssig, aus technischen GrĂŒnden gebe es kaum AusfĂ€lle. "Aber selbst das beste System lĂ€sst sich gegen gezielte Angriffe nicht vollstĂ€ndig schĂŒtzen", Ă€ußerte der VKU-Chef in der FAZ. Es gebe Bedrohungen von innen und von außen: "Wir befinden uns lĂ€ngst in einem hybriden Krieg."

Liebing zeigt sich gegenĂŒber der FAZ unzufrieden mit den Ermittlungen gegen die Absender eines Bekennerschreibens namens "Vulkangruppe" in der Hauptstadt. "Die mutmaßlichen TĂ€ter in Berlin haben zum wiederholten Male zugeschlagen, die Ermittlungen mĂŒssen intensiviert werden", forderte er in der FAZ. "Wenn sich die AnschlĂ€ge gegen Personen und nicht gegen Sachen gerichtet hĂ€tten, wĂ€re man mit der Strafverfolgung vermutlich schon weiter."

Zu den Regelungen im neuen "Kritis-Dachgesetz" zur kritischen Infrastruktur (Kritis), das sich derzeit im Bundestag befindet, sagte Liebing: "Der Schutz der Anlagen ist auch eine staatliche Aufgabe. Netzbetreiber können sich nicht gegen DrohnenĂŒberflĂŒge und Angriffe wehren, das mĂŒssen die Sicherheitsbehörden leisten."

Man mĂŒsse dabei auch an die Kosten denken, forderte der VKU-Chef: "Wenn die Versorger jetzt noch mehr in die Sicherheit investieren sollen, muss man sie an anderer Stelle entlasten. Sonst steigen die Strompreise weiter." Es sei richtig, das Sondervermögen des Bundes fĂŒr solche Sicherheitsaufgaben heranzuziehen.

@ dts-nachrichtenagentur.de