Bericht: Magdeburg-TÀter soll GefÀngnispersonal bedrohen
03.05.2025 - 08:17:46Darin habe er Angestellte der JVA wĂŒst beschimpft und mit Rache fĂŒr die aus seiner Sicht schlechte Behandlung gedroht, heiĂt es innerhalb der Justiz. Wegen des Schreibens sei ein unmittelbarer Angriff auf das GefĂ€ngnispersonal befĂŒrchtet worden, wozu es allerdings nicht gekommen sei. In dem Brief habe er zudem angedeutet, dass sein Hass auf deutsche Behörden Motiv fĂŒr die Tat gewesen sei. Bei Vernehmungen verhalte er sich unkooperativ und wolle nicht zur AufklĂ€rung beitragen. Dennoch werde er als "voll steuerungs- und zurechnungsfĂ€hig" angesehen. Eine Sprecherin der JVA Dresden erklĂ€rte auf Anfrage der "Welt am Sonntag", "dass aus GrĂŒnden der Persönlichkeitsrechte von Gefangenen grundsĂ€tzlich keine Aussagen getroffen werden, die konkrete persönliche Daten der Gefangenen betreffen". Derzeit sitzt der 50-JĂ€hrige, der als Psychiater im MaĂregelvollzug Bernburg gearbeitet hatte, in der JVA Leipzig ein. Er sei laut Ermittlern zum wiederholten Mal dorthin verlegt worden, weil er sich mehrfach geweigert habe zu essen und dadurch geschwĂ€cht sei. Zum Leipziger GefĂ€ngnis gehört ein Haftkrankenhaus, in dem er medizinisch behandelt werden kann. Die Justiz in Sachsen-Anhalt beschĂ€ftigt sich derzeit intensiv mit der Frage, wie der Prozess gegen ihn organisiert und abgesichert werden kann. Eine Taskforce unterstĂŒtzt dabei das Landgericht Magdeburg, vor dem der AttentĂ€ter angeklagt werden soll. Kein anderer Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik hat so viele Opfer gefordert wie der von Magdeburg. Weit mehr als 100 NebenklĂ€ger werden erwartet. "Die Justiz muss im Anklagefall fĂŒr eine umfassende Sicherheit aller Verfahrensbeteiligten - also auch fĂŒr den Beschuldigten - sorgen. Mir ist in Sachsen-Anhalt bislang noch kein GebĂ€ude bekannt, welches sich fĂŒr einen Prozess dieser in der deutschen Rechtsgeschichte einmaligen GröĂenordnung eignen wĂŒrde", sagte Klaus Tewes, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg, der "Welt am Sonntag". Nach Informationen der Zeitung wird derzeit eine Leichtbauhalle auf einem gesicherten GelĂ€nde, etwa einer Bundeswehrkaserne oder einem Areal der Bereitschaftspolizei favorisiert. Die Generalstaatsanwaltschaft hat indes das universitĂ€re Institut fĂŒr Rechtsmedizin in Sachsen-Anhalt beauftragt, die Verletzungen von Opfern, die mindestens 24 Stunden stationĂ€r behandelt werden mussten, zu begutachten. Damit soll die Schwere der Verletzungen dokumentiert werden. Einige der Verletzten sind bis heute nicht vernehmungsfĂ€hig. Inzwischen sind auch 57 Anzeigen gegen Verantwortliche der Stadt Magdeburg, die Betreiber des Weihnachtsmarktes und mehrere Politiker eingegangen. FahrlĂ€ssige Tötung durch Unterlassen und gefĂ€hrliche Körperverletzung durch Unterlassen - so lauten etwa die VorwĂŒrfe. "UnabhĂ€ngig von der Anzahl der Anzeigen gehen wir schon von Amts wegen der Frage nach, ob sich jemand diesbezĂŒglich schuldig gemacht habe. Vorrangig fĂŒr uns ist aber die AufklĂ€rung der Tat", erklĂ€rte Oberstaatsanwalt Tewes. Er geht davon aus, dass der Beschuldigte schuldfĂ€hig sein dĂŒrfte.


