Gesundheit, Steuern

Astra Zeneca kritisiert geplante KĂŒrzungen im Gesundheitssystem

21.04.2026 - 15:37:58 | dts-nachrichtenagentur.de

Der britische Hersteller Astra Zeneca hat vor möglichen Folgen der KĂŒrzungen im deutschen Gesundheitssystem gewarnt.

Vertrag zwischen EU und Astrazeneca (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Vertrag zwischen EU und Astrazeneca (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Man könne ab dem kommenden Jahr keine neuen Arzneien aus der Forschung mehr auf den deutschen Markt bringen, sagte Pascal Soriot, Chef des fĂŒnftgrĂ¶ĂŸten Pharmakonzerns der Welt, dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe).

"Das ist wirklich keine Drohung. Wir werden dafĂŒr attackiert werden, aber wir haben keine andere Wahl", sagte der Manager zur Entscheidung, den deutschen Markt und den anderer europĂ€ischer LĂ€nder zu meiden. "Das ist pure Mathematik. Die finanziellen Auswirkungen auf das GeschĂ€ft sind einfach zu groß", sagte er. Grund seien die geplanten Sparmaßnahmen im deutschen Gesundheitssystem und der Preisdruck aus den USA.

Soriot kritisierte das von der Bundesregierung geplante Sparpaket fĂŒr die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) scharf. Der Manager warnte, dass dessen Implementierung in Deutschland den Zugang zu Innovationen einschrĂ€nken, ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrden und die AbhĂ€ngigkeit zu China und USA wachsen werde. "Wenn die deutsche Politik den Sparvorschlag umsetzt, wird die USA mit der Entscheidung nicht glĂŒcklich sein - das wird auch Konsequenzen fĂŒr ein mögliches EU-US-Abkommen fĂŒr Medikamentenpreise haben."

Europa drohe langfristig an Bedeutung zu verlieren und stÀrker von Importen abhÀngig zu werden. "Wenn nichts passiert, wird Europa diese Industrie verlieren - so wie es bereits die Technologiebranche und die Autoindustrie verloren hat", sagte Soriot.

Die Bundesregierung habe seiner Ansicht nach mit ihren aktuellen PlÀnen zum GKV-Sparpaket das Vertrauen der Branche in den hiesigen Standort verspielt. "Zahlreiche Pharmaunternehmen, die in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in Deutschland getÀtigt haben, sind enttÀuscht, weil sie dachten, Deutschland bewege sich in die richtige Richtung", sagte er.

In den kommenden Tagen will Soriot gemeinsam mit Thomas Schinecker, Chef des Schweizer Konkurrenten Roche, und weiteren Pharmamanagern erneut GesprĂ€che im Kanzleramt fĂŒhren.

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