DGB, Fokussierung

DGB plĂ€diert fĂŒr Fokussierung auf lĂ€ndlichen Raum bei Sondierungen

06.03.2025 - 00:00:00

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Union und SPD aufgefordert, in einem Koalitionsvertrag einen besonderen Fokus auf den Kampf gegen das wachsende Stadt-Land-GefÀlle zu legen.

"Die Ergebnisse der Bundestagswahl, aber auch der letzten Landtagswahlen verdeutlichen, dass sich große Teile der Bevölkerung, insbesondere in lĂ€ndlichen Regionen, in West und Ost von den demokratischen Parteien abgewendet haben", heißt es in einem Acht-Punkte-Papier des DGB, ĂŒber das die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Donnerstagausgaben) berichten. Der RĂŒckzug des Staates aus der Daseinsvorsorge mache Politik in vielen lĂ€ndlichen RĂ€umen nicht mehr erfahrbar und sorge fĂŒr ein GefĂŒhl des AbgehĂ€ngtseins sowie fĂŒr Frustration, so der DGB weiter. "Angesichts der vielschichtigen Herausforderungen wie des demographischen Wandels, der Sicherstellung der Daseinsvorsorge und MobilitĂ€tsangebote oder der Gestaltung des regionalen Strukturwandels, muss der lĂ€ndliche Raum dringend mehr politische Aufmerksamkeit erhalten", appelliert der Gewerkschaftsbund. Konkret fordert der DGB eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen sowie eine Altschuldenregelung fĂŒr ĂŒberschuldete StĂ€dte und Gemeinden.

Außerdem mĂŒsse die öffentliche Verwaltung gestĂ€rkt und dem Personalmangel im öffentlichen Dienst mit höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen entgegengewirkt werden. Ebenfalls auf der Liste des DGB findet sich das Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ohne den FlĂ€chenverbrauch weiter voranzutreiben. In der Verkehrspolitik hĂ€lt der DGB die Sanierung der vielerorts maroden BrĂŒcken, Schienen und Straßen sowie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs fĂŒr unerlĂ€sslich. Das Fördersystem fĂŒr strukturschwache Regionen mĂŒsse aufgestockt und verstetigt werden, die Transformation stĂ€rker politisch und finanziell unterstĂŒtzt. Außerdem plĂ€diert der Gewerkschaftsbund dafĂŒr, Klimaschutz und Klimaanpassung als neue Gemeinschaftsaufgabe von Bund und LĂ€ndern im Grundgesetz zu verankern. "Die Wahlerfolge der extremen RĂ€nder kommen nicht von ungefĂ€hr. Gut 50 Prozent der Bevölkerung leben in lĂ€ndlichen RĂ€umen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell den Zeitungen. "Die Politik und insbesondere auch die nĂ€chste Bundesregierung muss ihre Problemlösungskompetenz beweisen, indem sie sich verstĂ€rkt den BedĂŒrfnissen dieser Menschen annimmt", forderte er. Eine gute Gesundheitsversorgung, funktionierende Ämter, schnelles Internet und eine gute Verkehrsanbindung mĂŒsse das Ziel sein, wenn man die Gleichwertigkeit der LebensverhĂ€ltnisse erreichen wolle, erklĂ€rte Körzell. "Wenn es gelingt, die MissstĂ€nde zĂŒgig und wirkungsvoll zu beseitigen, kann Vertrauen in Politik und Demokratie zurĂŒckgewonnen werden", so Körzell. "Anderenfalls droht die Spaltung unserer Gesellschaft weiter zu eskalieren."

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