Ex-Diplomat, Bondarew

Ex-Diplomat Bondarew: Putin will keinerlei ZugestÀndnisse machen

28.02.2025 - 12:53:49

Der ehemalige russische Diplomat Boris Bondarew warnt vor einer möglichen AnnÀherung zwischen US-PrÀsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin.

"Putin könnte Trump vorschlagen: `Lass uns jetzt die Geschichte verĂ€ndern. Zeigen wir der Welt, dass wir die Starken sind.` Das könnte fĂŒr Trump Ă€ußerst verlockend sein", sagte Bondarew dem Nachrichtenportal T-Online. Trump sei in erster Linie an kurzfristigem Profit interessiert, wĂ€hrend Putin langfristige geopolitische Ziele verfolge.

"FrĂŒher oder spĂ€ter wird Trump merken, dass Putins Vorschlag darauf abzielt, ihn zu schwĂ€chen. Und dann wird er sagen: `Nein, das passt mir nicht.` SpĂ€testens dann enden die Verhandlungen, weil Putin keinerlei ZugestĂ€ndnisse machen will." Bondarew arbeitete 20 Jahre fĂŒr das russische Außenministerium, nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine trat er als UN-Gesandter fĂŒr Russland zurĂŒck und ging ins Exil. Mit Blick auf Europa kritisierte er eine mangelnde sicherheitspolitische Strategie. Der Westen mĂŒsse sich darauf einstellen, sich selbst verteidigen zu mĂŒssen. "Europa sollte sich daran erinnern, dass es ebenfalls eine Nuklearmacht ist. Es hat Nuklearwaffen, wenn auch nicht viele", sagte er. Einzelne LĂ€nder sollten einen neuen Verteidigungsblock bilden. "Großbritannien, Frankreich, Skandinavien, Finnland, Polen, die baltischen Staaten. Und auch Deutschland. Denn es gibt niemanden mehr, der ihnen zur Hilfe eilt." Besorgt zeigte sich Bondarew ĂŒber die Strategie des Westens im Umgang mit Russland. Die Angst vor einer Eskalation habe viele Entscheidungen gelĂ€hmt. "Ein echter nuklearer Verteidigungsplan beinhaltet immer, dass man im Ernstfall bereit ist, selbst den Knopf zu drĂŒcken. Doch der Westen verhĂ€lt sich, als hĂ€tte er völlig vergessen, dass auch er ĂŒber Atomwaffen verfĂŒgt." Statt reaktiv auf russische Aggressionen zu reagieren, mĂŒsse Europa eine eigene Strategie entwickeln, um Russland politisch und wirtschaftlich zu schwĂ€chen.

@ dts-nachrichtenagentur.de