Wolf Biermann beklagt mangelnde SolidaritÀt mit Israel
04.02.2024 - 10:05:55Auch einer seiner Söhne lebe in Israel. Das Massaker vom 7. Oktober 2023 stehe fĂŒr ihn in einer KontinuitĂ€t mit Jahrtausenden des Judenhasses. Doch der wachsende Antisemitismus in Deutschland macht Biermann, dem Sohn eines in Auschwitz ermordeten Juden, keine Angst: "Ich bin ja bald hinĂŒber. Und gemessen an dem, was die Juden jetzt in Israel bestehen mĂŒssen, leben wir hier im Judenparadies. Wir werden nicht totgeschlagen, das finde ich prima." Der SĂ€nger, der die Bombardierung Hamburgs 1943 knapp ĂŒberlebte, verglich die damaligen Angriffe der Alliierten mit denen Israels auf Gaza heute. "Es war unser grauenhaftes GlĂŒck, dass die Alliierten Deutschland zerbombt haben, so entkam ich als sogenannter Halbjude der Vernichtung. Und ja, insofern haben auch die Bomben auf Gaza etwas furchtbar Gutes. Zugleich treffen sie Tausende unschuldige Menschen." Biermann fordert aber auch mehr Eigenverantwortung von den PalĂ€stinensern fĂŒr ihr politisches Schicksal. Die deutsche Linke behandle sie wie "ewige Kindmenschen" oder "Opfer des Weltgeschehens", doch sie seien "keine unschuldige Opfermasse". Die Möglichkeiten der Israelis und der Deutschen, den PalĂ€stinensern zu helfen, seien beschrĂ€nkt: "Nur die PalĂ€stinenser selbst, mithilfe ihrer reichen arabischen BrĂŒder, können sich von der Hamas-Diktatur befreien."


