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Normenkontrollrat kritisiert zu schnelle Gesetzgebungsverfahren

06.07.2023 - 14:55:19

Der Nationale Normenkontrollrat fordert nach dem vorlĂ€ufigen Stopp des GebĂ€udeenergiegesetzes (GEG) durch das Bundesverfassungsgericht Konsequenzen fĂŒr alle Gesetzgebungsverfahren.

"Das GEG ist ja nur die Spitze des Eisbergs: Es gibt viele weitere FĂ€lle, in denen Hunderte Seiten komplizierter Gesetzestexte im Eiltempo durchs Parlament gebracht werden", sagte Normenkontrollratschef Lutz Goebel der "Welt" (Freitagsausgabe). "Die Politik muss ihre eigenen Regeln wieder ernst nehmen."

Nicht umsonst gebe es GeschĂ€ftsordnungen dafĂŒr, wie Gesetze innerhalb der Bundesregierung erarbeitet und wie sie im Parlament beraten werden sollten. KĂŒnstliche FristverkĂŒrzungsgrĂŒnde wie im Fall des GEG sollten außer bei Krisengesetzen tabu sein. Hier mĂŒsse sich die Politik selbst disziplinieren. Das Problem fĂ€ngt laut Goebel schon im Vorfeld an, wenn die Bundesministerien ihre ReferentenentwĂŒrfe entwickeln. "Auch in diesem Verfahren gelten Fristen, die werden immer hĂ€ufiger missachtet", sagte er. In dieser Legislatur komme dies noch deutlich hĂ€ufiger vor als in der letzten. Dann bleibe keine Zeit, um Betroffene und Experten einzubeziehen. Darunter leide die Praxistauglichkeit. "Es wird unsauber reguliert und es passieren Fehler. Das erschwert die Umsetzung, erzeugt unnötige BĂŒrokratie und behindert die Wirkung von Gesetzen", sagte Goebel. Damit habe die Politik langfristig nichts gewonnen. "Dann funktionieren die Gesetze nicht, die Betroffenen sind frustriert und die GlaubwĂŒrdigkeit der Politik leidet", so Goebel. Der Normenkontrollrat ist das oberste Beratungsgremium der Bundesregierung, wenn es um BĂŒrokratieabbau und bessere Rechtssetzung geht.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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