Schuster, Zulassung

Schuster kritisiert Zulassung von Al-Kuds-Demonstrationen

05.04.2024 - 19:06:12

Der PrÀsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster hat die bevorstehenden Al-Kuds Demonstrationen in Deutschland kritisiert.

Er erwarte "nichts Gutes" von den Demonstrationen und habe "Probleme" damit, dass solche Demonstrationen, wie sie etwa in Frankfurt stattfinden sollen, in Deutschland nicht verboten werden, sagte er am Freitag dem TV-Sender "Welt". "ErfahrungsgemĂ€ĂŸ kommt es hier zu massiven antisemitischen Äußerungen, antisemitischen Ausschreitungen. Und, ja, ich habe schon Probleme damit, dass es offensichtlich unser Demonstrationsrecht nicht hergibt, solche Demonstrationen, von denen man seit Jahren weiß, welche Tendenz und welche Töne hierbei angeschlagen werden, im Vorhinein zu verbieten." Er sei "wirklich erschrocken, wie sehr gerade im großstĂ€dtischen Milieu, bei arabischstĂ€mmigen und tĂŒrkischstĂ€mmigen Bewohnern doch der Aufruf zu solchen Demonstrationen verfĂ€ngt. Und dann hier auch völlig ohne - glaube ich - zu ĂŒberlegen, was man sagt, hier zu allem mitgemacht wird."

Er habe nicht grundsĂ€tzlich etwas gegen pro-palĂ€stinensische Demonstrationen, beteuerte Schuster - "wenn es darum geht, SolidaritĂ€t mit der Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu zeigen". Das sei "völlig in Ordnung und hat auch gar nichts mit Antisemitismus zu tun", so Schuster. "Die Problematik ist, dass nur völlig ausgeblendet wird, wieso es zu der Situation der Zivilbevölkerung gekommen ist. Diese Auseinandersetzung wurde durch Hamas initiiert - und Hamas nimmt ja leider die Zivilbevölkerung auch als Geiseln in Schutzhaft." Seit dem Überfall der Hamas auf Israel hĂ€tten die antisemitischen VorfĂ€lle in Deutschland sprunghaft zugenommen, so Schuster. "Da ist etwas explodiert. Seit dem 7. Oktober, seit dem Überfall der Hamas auf Israel und der Auseinandersetzung im Gazastreifen, merkt man deutliche Steigerungen antisemitischer VorfĂ€lle. Das beginnt relativ harmlos mit antisemitischen Zuschriften, steigert sich aber darĂŒber hinaus auch mit Drohungen." Doch oft bleibe es nicht bei verbaler Gewalt, so Schuster: "Das fĂŒhrt nicht nur zu Worten, sondern es fĂŒhrt auch zu Taten." Schuster hofft, dass nach den Auseinandersetzungen in Gaza wieder eine Normalisierung des VerhĂ€ltnisses von Arabern und Juden möglich ist. "In Israel sehe ich das relativ unproblematisch. Man muss ja sagen, dass in Israel selber der jĂŒdische Teil der Bevölkerung, aber auch der arabische Teil der Bevölkerung seit Jahren doch gut zusammenleben. Es gibt arabische Knessetabgeordnete. Also insoweit sehe ich es da relativ unkompliziert. Ich hoffe, dass außerhalb Israels, auch in Deutschland, eben der Antisemitismus, der von arabischstĂ€mmigen, tĂŒrkischstĂ€mmigen Menschen ins Land getragen wird, hier auch dann wieder abebben wird."

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