Gesundheit

Ärzte, Kliniken und Kassen fordern Ende des Bundes-Klinikatlas

Veröffentlicht am: 27.09.2025 um 09:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Der Protest gegen den vom damaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eingefĂŒhrten Bundes-Klinikatlas wĂ€chst.

Krankenhausbett (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Krankenhausbett (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
In einem gemeinsamen Brief an seine Nachfolgerin Nina Warken (CDU) bitten BundesĂ€rztekammer, der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (GBA) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), den Klinikatlas zu beenden: "Bis heute wird der Bundes-Klinikatlas seiner Aufgabe einer umfassenden und objektiven Informationsbereitstellung fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nicht gerecht", heißt es in dem Brief, ĂŒber den die "Rheinische Post" berichtet. "Der Mangel an Informationsgehalt und die gleichzeitig hohen AufwĂ€nde schaden in letzter Konsequenz Patientinnen und Patienten, aber auch den Beitragszahlern." Den Brief unterzeichnet haben BundesĂ€rzteprĂ€sident Klaus Reinhardt, GBA-Chef Josef Hecken und DKG-Chef Gerald Gaß. Sie kritisieren Lauterbach scharf: "Der Bundes-Klinikatlas war von Beginn an hochumstritten, da es sich um ein Instrument gehandelt hat, das ganz offensichtlich neben dem proklamierten Ziel der Patienteninformation auch politischen Zielen des damaligen Ministers dienen sollte. Zu nennen ist hier die hochumstrittene Ausweitung der Datenlieferungen der KrankenhĂ€user, ohne dass dafĂŒr ein positives Aufwand-Nutzen-VerhĂ€ltnis bestanden hĂ€tte." Und weiter: "Dieser Klinik-Atlas produziert hohe AufwĂ€nde beim beauftragten IQTIG, sodass man zu Recht die Sorge haben muss, dass wichtige, aus unserer Sicht vorrangige QualitĂ€tssicherungsthemen dort nicht im angemessenen Umfang erledigt werden können."

Das IQTIG ist das Institut fĂŒr QualitĂ€tssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen. Nun werben Kliniken, Ärzten und Kassen bei Warken fĂŒr das von der Branche selbst bereitgestellte Deutsche Krankenhausverzeichnis als alternatives Info-Portal fĂŒr Patienten. "SelbstverstĂ€ndlich lĂ€sst sich dieses Verzeichnis auch um die im Klinikatlas geplanten Veröffentlichungen zu anerkannten Zertifikaten der KrankenhĂ€user erweitern", heißt es in dem Brief weiter. Zudem könne ein unabhĂ€ngiger Beirat eingerichtet werden. "Wir möchten Ihnen dringend empfehlen, ein solches Konstrukt in Ihre Überlegungen zur Zukunft des Bundes-Klinikatlas einzubeziehen", bitten die drei Unterzeichner.

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