Opferschutz, Prozess

Opferschutz erschwert Prozess gegen AttentÀter von Magdeburg

16.04.2025 - 13:00:00

Der Prozess gegen den AttentÀter von Magdeburg stellt die Justiz vor massive Probleme.

Das berichtet der "Spiegel". 2009 wurde mit einer GesetzesĂ€nderung der Opferschutz verbessert, seitdem sind die HĂŒrden fĂŒr eine Nebenklage deutlich gesenkt. Die zustĂ€ndige Generalstaatsanwaltschaft fĂŒrchtet nun, dass es Hunderte NebenklĂ€ger geben könnte.

"Da ist der Bundesgesetzgeber, der es sicher gut gemeint hat, wohl ĂŒbers Ziel hinausgeschossen", sagte Oberstaatsanwalt Klaus Tewes. Die Ermittler rechnen mit einem Mammutprozess: "Es gibt bislang in ganz Sachsen-Anhalt keinen Ort, an dem man einen solchen Prozess mit womöglich Hunderten NebenklĂ€gern durchfĂŒhren könnte", so Tewes. Bislang hĂ€tten etwa 80 Betroffene Interesse gezeigt - "und fast jeden Tag kommen weitere dazu". Derzeit sucht eine Arbeitsgruppe der Justiz einen ausreichend großen Saal. Sollte das nicht gelingen, könnte der Prozess auch in ein anderes Bundesland verlegt werden. Der Angeklagte Taleb A. hatte kurz vor Weihnachten mit einem Auto in der Magdeburger Altstadt sechs Menschen getötet und knapp 300 verletzt. Die Angehörigen der Toten und sĂ€mtliche Verletzte sind berechtigt, als NebenklĂ€ger aufzutreten.

@ dts-nachrichtenagentur.de