Ukraine, Israel

Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede

03.01.2026 - 03:00:00

Der Vorsitzende der israelischen Holocaust-GedenkstÀtte Yad Vashem, Dani Dayan, hat bestÀtigt, dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Rede vor örtlichem Publikum untersagt zu haben.

Selenskyj habe kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vor 300 GĂ€sten sprechen wollen, verbunden mit einer weltweiten Übertragung, berichtet die "Neue OsnabrĂŒcker Zeitung" (Samstagausgabe) unter Berufung auf Dayan in Jerusalem. "Ich habe das abgelehnt", sagte Dayan. Er hĂ€tte befĂŒrchtet, der Auftritt habe den Holocaust mit dem Krieg in der Ukraine gleichsetzen sollen. "Nicht jedes Kriegsverbrechen ist ein Genozid, und nicht jeder Genozid ist ein Holocaust", so Dayan. Zudem verwies er darauf, dass es in der Ukraine wĂ€hrend des Völkermords im Zweiten Weltkrieg auch einheimische TĂ€ter gegeben habe.

"Yad Vashem ist den Opfern des Holocausts gewidmet. Dabei muss es bleiben", erklĂ€rte der Vorsitzende der Gedenk- und Forschungseinrichtung in Jerusalem. Die Entscheidung bedeute keine mangelnde SolidaritĂ€t mit der Ukraine, sondern diene dem Schutz der historischen Einzigartigkeit der Shoa. TatsĂ€chlich stieß eine Rede Selenskyjs, die er per Video dann vor der Knesset hielt, wegen mehrerer direkter Holocaust-BezĂŒge auf Kritik.

@ dts-nachrichtenagentur.de