Afghanistan, Asyl

Bundespolizei hatte Sicherheitsbedenken bei Afghanistan-Programm

22.03.2026 - 15:10:34 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Bundespolizei hat in internen Vermerken immer wieder MissstĂ€nde beim 2022 gestarteten Bundesaufnahmeprogramm fĂŒr besonders gefĂ€hrdete Menschen aus Afghanistan kritisiert.

Bundespolizei (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bundespolizei (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
In Akten, aus denen die "Welt am Sonntag" zitiert, ist ĂŒber Monate hinweg die Rede von gefĂ€lschten oder falsch beurkundeten ReisepĂ€ssen, unzulĂ€ssigen Proxy-PĂ€ssen, gefĂ€lschten Heiratsurkunden und dem Verdacht der Erschleichung von Visa.

Im FrĂŒhjahr 2023 beklagte die Bundespolizei laut einem Dokument, dass in mehr als 100 FĂ€llen relevante Sicherheitserkenntnisse ĂŒber Afghanen vor der Einreise nicht in die Entscheidung der Visastelle eingeflossen seien. In den geheimen Akten ist die Rede von "diversen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten im Zusammenhang mit visierten Reisedokumenten". Noch Anfang dieses Jahres eröffnete die Behörde mehrere Ermittlungsverfahren wegen möglicher DokumentenfĂ€lschung durch eingereiste Afghanen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sandte im MĂ€rz 2025 zudem ein Schreiben an den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Darin forderte der Gewerkschaftsvorsitzende Heiko Teggatz die Stornierung eines Charterflugs von Islamabad nach Berlin, mit dem Afghanen nach Deutschland gebracht werden sollten, "aus SicherheitsgrĂŒnden". "Mir liegen gesicherte Erkenntnisse vor, dass es seit Beginn dieses Programms mehrfach zu Unstimmigkeiten bei der KlĂ€rung der IdentitĂ€ten der Passagiere solcher FlĂŒge gekommen ist", hieß es darin. Und weiter: "Vor dem Hintergrund der derzeit höchst angespannten Sicherheitslage in Bezug auf den islamistischen Terrorismus halte ich eine solche Verfahrensweise fĂŒr hoch riskant und unverantwortlich."

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