Philosoph, Boehm

Philosoph Boehm darf nicht bei Buchenwald-Gedenkfeier sprechen

02.04.2025 - 15:26:43

Die GedenkstÀtte Buchenwald hat ihre Bitte an den israelisch-deutschen Philosophen Omri Boehm, bei einer Gedenkfeier am 6.

April zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald eine Rede zu halten, wieder zurĂŒckgezogen. Dies sei offenbar auf Druck der israelischen Regierung geschehen, berichtet der "Spiegel". Jens-Christian Wagner, Leiter der GedenkstĂ€tten Buchenwald und Mittelbau-Dora, bestĂ€tigte dem Nachrichtenmagazin den Vorgang auf Anfrage. Wegen der Einladung Boehms habe sich ein Konflikt zwischen der GedenkstĂ€tte und Vertretern der israelischen Regierung angebahnt, sagte Wagner.

Er habe die anreisenden Überlebenden davor schĂŒtzen wollen, in den Streit hineingezogen und im schlimmsten Fall instrumentalisiert zu werden. Boehm, der in New York lehrt, hat unter seinen Vorfahren selbst HolocaustĂŒberlebende. Seine BĂŒcher und Thesen werden weltweit wahrgenommen. Die Haltung des Philosophen zur Regierung seiner Heimat Israel und auch zur dortigen Gedenkkultur ist eine kritische. Zu den VorfĂ€llen in Weimar wollte er sich nicht Ă€ußern. Die israelische Botschaft reagierte mit scharfer Kritik an der ursprĂŒnglichen Einladung des Philosophen. "Die Entscheidung, mit Omri Boehm einen Mann einzuladen, der Yad Vashem als Instrument politischer Manipulation bezeichnet, den Holocaust relativiert und sogar mit der Nakba verglichen hat, ist nicht nur empörend, sondern eine eklatante Beleidigung des Gedenkens an die Opfer", schreibt ein Sprecher auf Anfrage. Der Sprecher bestĂ€tigte auch GesprĂ€che darĂŒber mit der GedenkstĂ€tte: "Wenn das Andenken an die Ermordeten entstellt und beschmutzt werden soll, werden wir nicht wegschauen. Diese Position hat die Botschaft auch der GedenkstĂ€tte Buchenwald ĂŒbermittelt."

@ dts-nachrichtenagentur.de