Magdeburg-TĂ€ter, Staatsanwaltschaft

Magdeburg-TÀter: Staatsanwaltschaft geht von SchuldfÀhigkeit aus

01.02.2025 - 13:45:45

Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg in Sachsen-Anhalt geht von der SchuldfÀhigkeit des AttentÀters vom Magdeburger Weihnachtsmarkt aus.

Oberstaatsanwalt Klaus Tewes sagte der "Welt am Sonntag": "Es handelt sich nach vorlĂ€ufiger Bewertung wohl um einen vorsĂ€tzlich geplanten Anschlag eines AmoklĂ€ufers. Insofern gehen wir nicht von einer SchuldunfĂ€higkeit aus." Alle bisherigen Indizien wiesen darauf hin, dass der TatverdĂ€chtige "steuerungsfĂ€hig" gewesen sei. Laut Staatsanwaltschaft hat der mutmaßliche AttentĂ€ter einen BMW X3 einige Tage vor dem Anschlag am 20. Dezember online gebucht und am Tattag abgeholt.

"Ob etwa Fahrassistenzsysteme manipuliert oder abgestellt worden sind, wird ermittelt", sagte Tewes. Die Erstellung dieses Gutachtens werde noch "einige Zeit in Anspruch nehmen". Eine wichtige Frage sei, ob der Beschuldigte Mitwisser gehabt habe. Bislang geht Tewes davon aus, dass es sich beim Beschuldigten "um eine ledige, alleinlebende Einzelperson handelt". Unterdessen hat sich die Zahl der in Naumburg eingegangenen Anzeigen erhöht. "Uns liegen inzwischen mehr als 20 Strafanzeigen gegen diverse Verantwortliche vor. Die VorwĂŒrfe lauten fahrlĂ€ssige Tötung durch Unterlassen und gefĂ€hrliche Körperverletzung durch Unterlassen", so Tewes. Am 13. Februar wird sich im Landtag ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zum Anschlag konstituieren. Die Ausschussvorsitzende Karin Tschernich-Weiske (CDU) sagte der "Welt am Sonntag". "Wir werden als Erstes die UmstĂ€nde der Tat in Bezug auf Sicherheitskonzepte und Zusammenarbeit der zustĂ€ndigen Behörden klĂ€ren. Wenn es Fehler in der Konzeption gab, mĂŒssen diese so schnell wie möglich fĂŒr zukĂŒnftige MĂ€rkte abgestellt werden - deshalb die Eile an dieser Stelle." SPD-Ausschussmitglied RĂŒdiger Erben, frĂŒher StaatssekretĂ€r im Landesinnenministerium, sagte der Zeitung: "Der AttentĂ€ter hat auf seinem X-Account 43.000 Follower gehabt und 121.000 Tweets gepostet. Zweitens hatte er als Profilbild ein AR-15-Sturmgewehr gewĂ€hlt. Das ist eine Waffe, die AmoklĂ€ufer in den USA oft verwenden. Drittens arbeitete er in einer Haftanstalt fĂŒr psychisch Kranke. All das hĂ€tte die Behörden schon stutzig machen mĂŒssen." Laut Erben war der Arzt aus Saudi-Arabien bei der Anzahl seiner Follower in Sachsen-Anhalt die Nummer zwei, gleich hinter der Magdeburger Band Tokio Hotel. Erben will im Ausschuss die Frage stellen, warum die zahlreichen EintrĂ€ge zu dem Mann bei der Polizei nicht zu Konsequenzen fĂŒhrten: "Das mĂŒssen wir nun klĂ€ren."

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