Gewalt an Schulen nimmt weiter zu
19.04.2025 - 07:00:00Auch Baden-WĂŒrttemberg, Niedersachsen, Sachsen und Rheinland-Pfalz meldeten ZuwĂ€chse. FĂŒr Bremen und Mecklenburg-Vorpommern lagen keine aktuellen Daten vor. Die Zahlen entsprechen dem Trend der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die 2024 mit bundesweit 217.277 FĂ€llen den höchsten Stand bei GewaltkriminalitĂ€t seit 2007 verzeichnet. AuffĂ€llig ist laut PKS der Anstieg bei jungen TatverdĂ€chtigen: Die Zahl der Kinder stieg um 11,3 Prozent auf 13.755, bei Jugendlichen um 3,8 Prozent auf 31.383. Bildungs- und Innenpolitiker zeigten sich alarmiert. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht eine wachsende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen. Eine aktuelle Dunkelfeldstudie seines Ministeriums bestĂ€tige diese Entwicklung - auch, weil junge Menschen zunehmend Schwierigkeiten hĂ€tten, mit Frust umzugehen. "Wenn es mal nicht so lĂ€uft, wie gewollt, fliegen eher die FĂ€uste oder wird sogar das Messer gezĂŒckt", sagte Reul der "Welt am Sonntag". Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) forderte "null Toleranz" und konsequente Sanktionen im Schulrecht, kĂŒndigte aber zugleich verstĂ€rkte PrĂ€vention an. Baden-WĂŒrttembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach sich fĂŒr entschlossene MaĂnahmen aus und verwies auf ein neues PrĂ€ventionsmodul zur MesserkriminalitĂ€t. Brandenburgs Innenministerin Katrin Lange (SPD) kritisierte ein mögliches Erziehungsversagen im Elternhaus und schloss strafrechtliche Konsequenzen fĂŒr Erziehungsberechtigte nicht aus. Auch LehrerverbĂ€nde schlagen Alarm. Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), beklagt eine VerschĂ€rfung der GewaltvorfĂ€lle und kritisiert strukturelle Defizite wie Personalmangel und ĂŒberlastete Schulen. Bildungsforscher Klaus Hurrelmann sieht in Krisen, sozialen Spannungen und einer schwachen Schulkultur zentrale Ursachen. GewaltprĂ€vention mĂŒsse daher dauerhaft in die Schulentwicklung integriert werden.


