ARD-Umfrage, Kritik ARD-Umfrage: Kritik am Vorgehen Israels wÀchst
08.08.2024 - 18:10:43
Die Kritik am Vorgehen Israels im Krieg im Nahen Osten fĂ€llt unter den Deutschen stĂ€rker aus als noch im FrĂŒhjahr.
Das ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage, die am Donnerstag von der ARD im sogenannten "Deutschlandtrend" veröffentlicht wurde.
Die militĂ€rische Reaktion Israels auf die Terror- AnschlĂ€ge der Hamas vom 7. Oktober 2023 geht inzwischen fĂŒr mehr als die HĂ€lfte (57 Prozent) zu weit (+7 im Vgl. zu MĂ€rz), jeder FĂŒnfte (21 Prozent) hĂ€lt sie fĂŒr angemessen (-7), fĂŒr 4 Prozent geht sie nicht weit genug (-1).
Nur noch jeder FĂŒnfte (18 Prozent) ist der Ansicht, militĂ€rische Aktionen Israels gegen die Hamas seien auch dann gerechtfertigt, wenn die palĂ€stinensische Zivilbevölkerung mitbetroffen ist (-5). Zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) halten das fĂŒr nicht gerechtfertigt (+7).
FĂŒr die aktuelle Lage der palĂ€stinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen schreiben die BĂŒrger die Verantwortung aber noch stĂ€rker der Terror-Organisation Hamas als Israel zu: Drei Viertel (74 Prozent) halten die Hamas fĂŒr voll und ganz oder eher verantwortlich dafĂŒr (+1); jeder Zehnte (10 Prozent) beschreibt sie als eher nicht oder ĂŒberhaupt nicht verantwortlich (-1).
Israel ist nach Meinung von sechs von zehn Deutschen (61 Prozent) voll und ganz oder eher verantwortlich fĂŒr die Lage der palĂ€stinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen (-1); jeder FĂŒnfte (19 Prozent) hĂ€lt Israel fĂŒr eher nicht oder ĂŒberhaupt nicht verantwortlich (- 3).
Eine zuletzt diskutierte militĂ€rische UnterstĂŒtzung Israels durch Deutschland lehnt eine Mehrheit der BundesbĂŒrger (68 Prozent) ab. Diese mehrheitliche Ablehnung zieht sich durch alle ParteianhĂ€ngerschaften. Jeder fĂŒnfte Deutsche (19 Prozent) fĂ€nde eine militĂ€rische UnterstĂŒtzung Israels dagegen richtig, etwa bei der Betankung von Kampfjets befreundeter Nationen oder durch den Einsatz von Eurofightern der Bundeswehr, zum Beispiel zur Abwehr von Drohnen.
Die Umfrage wurde von Montag bis Mittwoch dieser Woche unter 1.311 Wahlberechtigten durchgefĂŒhrt.