Linke-Fraktionsvize will israelische Siedlungen sanktionieren
20.03.2026 - 17:53:24 | dts-nachrichtenagentur.deDas vierseitige Papier zur israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland steht auf der Tagesordnung der Sitzung in der kommenden Woche. Mit dem Schreiben unter dem Titel "Keine wirtschaftliche und wissenschaftliche Kooperation mit der völkerrechtswidrigen Besatzungspolitik Israels im Westjordanland" wollen die Linke-Politikerinnen die Positionierung ihrer Fraktion mit umstrittenen Forderungen ausweiten.
Demnach soll die Kooperation mit israelischen UniversitĂ€ten eingeschrĂ€nkt werden. So wird in dem Papier die "Beendigung akademischer Kooperationen mit israelischen UniversitĂ€ten und Forschungseinrichtungen, die auf besetztem palĂ€stinensischem Land angesiedelt sind", gefordert. Solche UniversitĂ€ten sollen auĂerdem von internationalen Forschungsprogrammen, EU-Förderungen und bilateralen Wissenschaftsabkommen ausgeschlossen werden.
Der MaĂnahmenkatalog enthĂ€lt weitere bislang unbekannte Forderungen. Darunter ist etwa ein "Importverbot fĂŒr Waren aus israelischen Siedlungen sowie der Ausschluss von Waren und Rohstoffen vom europĂ€ischen Binnenmarkt, die aus völkerrechtswidrigen wirtschaftlichen TĂ€tigkeiten israelischer Unternehmen in den besetzten palĂ€stinensischen Gebieten stammen".
Von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), die sich fĂŒr eine Förderung der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel einsetzt, kommt bereits scharfe Kritik. "Den Autorinnen geht es nicht um Völkerrecht und eine faire Lösung des Konflikts auch im Sinne der PalĂ€stinenser, sondern um einen rhetorisch geschickteren Dreh zur Delegitimierung des Staates Israel", sagte DIG-PrĂ€sident Volker Beck der "Welt".
Beim vergleichbaren Konflikt der militĂ€rischen Besetzung der Westsahara durch Marokko sei der Linken das Völkerrecht egal, behauptete Beck weiter. "Zu Sanktionen gegen Marokko hört man von der Linkspartei nichts. Der einzige denkbare Grund fĂŒr diesen doppelten Standard - allein Israel und nicht Marokko ist Ziel dieses Feuerwerks an Sanktionsforderungen - ist Antisemitismus."

