Gesellschaft

Meldestelle erfasst erneut mehr antiziganistische VorfÀlle

09.06.2026 - 12:05:48 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Melde- und Informationsstelle zum bundesweiten Monitoring von Antiziganismus (MIA) hat im vergangenen Jahr erneut einen deutlichen Anstieg antiziganistischer VorfÀlle erfasst.

Meldestelle erfasst erneut mehr antiziganistische VorfÀlle
Gesellschaft - MIA Jahresbericht 2025 am 09.06.2026 09.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Insgesamt habe man 2.076 VorfĂ€lle gezĂ€hlt, nach 1.678 im Vorjahr, heißt es im vierten Jahresbericht der Meldestelle, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

"Das ist ein Bruchteil der tatsĂ€chlichen VorfĂ€lle von Antiziganismus in Deutschland", sagte MIA-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Guillermo Ruiz. "Wir gehen nach wie vor von einem erheblichen Dunkelfeld aus." Einen Grund fĂŒr den erneuten deutlichen Anstieg sieht Ruiz in einem Rechtsruck in der Gesellschaft. So hĂ€tten sich die FĂ€lle antiziganistischer Propaganda im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. "Diese Hetze in Form von Beleidigungen, Bedrohungen, Hassrede und gewaltsamen Übergriffen hat schwerwiegende Folgen fĂŒr die Betroffenen." Ruiz beklagte auch einen Anstieg der FĂ€lle im politischen Raum, insbesondere durch Politiker der AfD.

Mit Blick auf die regionale Verteilung der gemeldeten FĂ€lle gibt es unterdessen kaum klar erkennbaren Schwerpunkte. Die meisten VorfĂ€lle seien in den LĂ€ndern erfasst worden, wo es eine regionale Meldestelle gebe, sagte Ruiz der dts Nachrichtenagentur. Zudem seien in den StĂ€dten mehr FĂ€lle erfasst worden. Dort lebten aber auch mehr Sinti und Roma und dort gebe es auch stĂ€rkere Strukturen der Zivilgesellschaft. Das fĂŒhre auch dazu, dass die Meldestelle dort eher bekannt sei.

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