BGH-PrÀsidentin zweifelt an Entschlackung der Strafprozessordnung
05.06.2025 - 13:29:09
Die derzeitige Ordnung im Strafprozess sei ein "austariertes System", das zwischen Strafverfolgungsinteresse und Beschuldigtenrechten sorgsam abwÀge.
"Wenn Sie an einem SchrĂ€ubchen drehen und sagen, das muss schneller und effizienter werden, verschiebt sich das Gewicht auf die andere Seite", sagte Limperg. Grundlegende Prozessmaximen im Strafprozess - etwa der Unmittelbarkeitsgrundsatz in der Hauptverhandlung - seien "nicht umsonst unsere Wegbegleiter seit ĂŒber 125 Jahren".
Die BGH-PrĂ€sidentin reagierte damit auf einen VorstoĂ des hessischen Justizministers Christian Heinz (CDU), der in einem FAZ-Gastbeitrag dafĂŒr plĂ€diert hatte, den Unmittelbarkeitsgrundsatz im Strafprozess einzuschrĂ€nken, um schnellere Verfahren zu erreichen.
Limperg nahm auch zu der Frage Stellung, ob die Justiz in Deutschland politisiert sei: Dies sei "gar nicht" der Fall, gerade im Vergleich mit dem Ausland.
"Das heiĂt nicht, dass es nicht in EinzelfĂ€llen auch bewusste Statements gibt, auch in der Rechtsprechung. Aber wir haben eine ausgeprĂ€gte Fehlerkultur mit unserem Rechtsmittelsystem, die das korrigieren kann", sagte die BGH-PrĂ€sidentin.


