Höchststand, Gewalttaten

Neuer Höchststand bei Gewalttaten gegen EinsatzkrÀfte

14.10.2024 - 10:21:35

Die registrierten Gewalttaten gegen Polizisten haben mit 46.218 FÀllen im Jahr 2023 einen neuen Höchststand erreicht.

Mit einem Anstieg um 8,0 Prozent gegenĂŒber 2022 handelt es sich um die stĂ€rkste Zunahme seit dem Jahr 2017, wie das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt (BKA) am Montag mitteilten. Insgesamt wurden 105.708 Polizisten Opfer einer gegen sie gerichteten Gewalttat. Dies sind 9.500 betroffene Beamte mehr als im Jahr zuvor, was einem Anstieg um 9,9 Prozent entspricht.

Bei Gewalttaten gegen Rettungs- und FeuerwehrkrĂ€fte wurden ebenfalls neue HöchststĂ€nde verzeichnet. Wenn Polizisten in Deutschland Gewalt erfahren, handelt es sich in den meisten FĂ€llen um Widerstandshandlungen und tĂ€tliche Angriffe. Sie machen mit 84,5 Prozent den grĂ¶ĂŸten Anteil der Gewalttaten gegen PolizeikrĂ€fte aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind die entsprechenden FĂ€lle um 8,5 Prozent auf 39.046 FĂ€lle gestiegen (2022: 35.983). HĂ€ufig werden PolizeikrĂ€fte darĂŒber hinaus bedroht. Hier wurden 3.851 FĂ€lle registriert, was einem Anstieg von 5,9 Prozent gegenĂŒber dem Jahr zuvor entspricht. Gesunken ist die Zahl der FĂ€lle, bei denen Polizisten Opfer von gefĂ€hrlicher und schwerer Körperverletzung wurden. Die Zahl der registrierten Delikte sank um 13 Prozent auf 1.260 FĂ€lle (2022: 1.449). Insgesamt wurden 40 versuchte Tötungsdelikte erfasst, drei mehr als im Jahr zuvor. Vollendete Tötungsdelikte gab es 2023 nicht - im Gegensatz zum Jahr zuvor, als eine Polizistin und ein Polizist im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz ermordet wurden. Die Zahl der TatverdĂ€chtigen hat um 5,9 Prozent zugenommen, sodass im Jahr 2023 insgesamt 38.630 TatverdĂ€chtige erfasst wurden (2022: 36.495). WĂ€hrend der Anteil der deutschen TatverdĂ€chtigen von 69,9 auf 66,4 Prozent sank, stieg der Anteil der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen von 30,1 auf 33,6 Prozent. Die TatverdĂ€chtigen waren meistens mĂ€nnlich (83,6 Prozent) und ĂŒber 25 Jahre alt (73,0 Prozent). Sie waren in der Regel allein handelnd (95,1 Prozent), oft polizeilich bekannt (75,3 Prozent) und mehr als jeder Zweite stand unter Alkoholeinfluss (50,2 Prozent). Das Bundeslagebild enthĂ€lt zudem Daten zu Rettungsdienst- und FeuerwehrkrĂ€ften, die im Einsatz von Gewalttaten betroffen waren. Mit 687 FĂ€llen (+5,7 Prozent) und 1.069 Opfern (+13,7 Prozent) bei der Feuerwehr sowie 2.050 FĂ€llen (+6,8 Prozent) und 2.902 Opfern (+8,4 Prozent) bei sonstigen Rettungsdiensten wurden im Jahr 2023 ebenfalls HöchststĂ€nde verzeichnet. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte zu den Zahlen: "Im vergangenen Jahr sind jeden Tag durchschnittlich 290 Polizistinnen und Polizisten Opfer von Gewalt geworden. Auch die Attacken auf Feuerwehrleute und RettungskrĂ€fte sind weiter gestiegen." Es sei "erschreckend, mit welchem Hass und mit welcher Gewalt EinsatzkrĂ€fte umgehen mĂŒssen. Diese Straftaten sind durch nichts zu rechtfertigen und mĂŒssen harte strafrechtliche Konsequenzen haben." "Deshalb haben wir gerade erst GesetzesĂ€nderungen auf den Weg gebracht, damit die Bundespolizei Taser rechtssicher einsetzen kann, um gefĂ€hrliche TĂ€ter zu stoppen und die EinsatzkrĂ€fte selbst zu schĂŒtzen. Außerdem verschĂ€rfen wir das Strafrecht, um EinsatzkrĂ€fte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zu schĂŒtzen, die in gefĂ€hrliche Hinterhalte gelockt werden", so die Ministerin.

@ dts-nachrichtenagentur.de