Iran, DEU

Proteste im Iran gehen weiter

09.01.2026 - 13:22:55

Die seit dem Jahreswechsel andauernden Proteste im Iran gehen weiter.

Nach tagelangem Schweigen berichten mittlerweile auch iranische Staatsmedien ĂŒber die Ereignisse, allerdings verbunden mit Attacken und Schuldzuweisungen gegen Israel und die USA.

Iranische Sicherheits- und Justizbehörden hĂ€tten "mehrere bewaffnete Terrorzellen und die Festnahme von mutmaßlichen auslĂ€ndischen Akteuren bekannt gegeben", hieß es in einem Bericht des iranischen Auslandsfernsehsenders "Press TV". Hintergrund sei "eine Welle von auslĂ€ndisch unterstĂŒtzten Unruhen, bei denen mehrere Polizisten getötet wurden".

Irans Oberster FĂŒhrer Ayatollah Ali Khamenei bezeichnete in einer Fernsehansprache die Demonstranten als "eine Bande von Vandalen", die US-PrĂ€sident Donald Trump "beeindrucken" wollten. Trump hatte bereits vor Tagen dem Iran gedroht, "sehr hart" einzugreifen, sollten Regierungstruppen Demonstranten töten.

Der stellvertretende deutsche Regierungssprecher Steffen Meyer wollte Äußerungen des US-PrĂ€sidenten zum Iran am Freitag nicht kommentieren. Eine Sprecherin des AuswĂ€rtigen Amtes wies darauf hin, dass bereits seit einiger Zeit eine Reisewarnung fĂŒr den Iran und eine Aufforderung zur Ausreise fĂŒr deutsche Staatsangehörige bestehe.

Die deutsche Botschaft in Teheran ist unterdessen trotz der teilweisen Unterbrechung von Internet- und Telefonverbindungen in verschiedenen Landesteilen weiterhin erreichbar. Die Internet-Abschaltung sei "nicht durchgÀngig", sagte die Sprecherin des AuswÀrtigen Amtes am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur. "Wir beobachten die Lage sehr genau". Der Krisenstab der Bundesregierung habe mittlerweile zur Lage im Iran getagt.

Die Proteste, die am 28. Dezember in Teheran begannen, wurden durch den Zusammenbruch der iranischen WÀhrung ausgelöst. Menschenrechtsgruppen berichten, dass sich die Demonstrationen seitdem auf Dutzende weitere StÀdte ausgeweitet haben. Eine freie Berichterstattung unabhÀngiger Medien ist aus dem Iran derzeit nicht möglich.

@ dts-nachrichtenagentur.de