Ampel plant drastische KĂŒrzungen bei Verwaltungsdigitalisierung
02.08.2023 - 06:41:13Nach dem derzeitigen Stand der Haushaltsplanung wird das fĂŒr diesen Bereich zustĂ€ndige Bundesinnenministerium nur noch einen Bruchteil der finanziellen Mittel zur VerfĂŒgung stellen, die es jetzt ausgibt, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochsausgabe) berichtet. FĂŒr die Digitalisierung der Verwaltung und Verwaltungsdienstleistungen sind demnach fĂŒr das kommende Jahr 3,3 Millionen Euro verbucht - verglichen mit 377 Millionen Euro in diesem Jahr.
Die KĂŒrzungen betreffen vor allem Verwaltungsdienstleistungen, die nach dem Onlinezugangsgesetz (OZG) schon Ende 2022 hĂ€tten digitalisiert werden sollen. Gespart wird auĂerdem an dem Projekt "Digitale IdentitĂ€ten", welches darauf zielt, wie sich BĂŒrger im Netz rechtssicher ausweisen können. Es gilt als SchlĂŒssel fĂŒr viele Dienstleistungen nicht nur des Staates, sondern auch der Wirtschaft, etwa von Banken oder Telekommunikationsanbietern. Innerhalb der Digitalstrategie des Bundes gilt es als Leuchtturm und Hebelprojekt, was bis 2025 verwirklicht werden soll. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums versicherte auf Anfrage: "Wir werden im kommenden Haushalt kein Finanzproblem bei der Digitalisierung haben. FĂŒr die zentralen Hebelprojekte der Digitalstrategie ist die Finanzierung gesichert." Das Bundesfinanzministerium verwies darauf, dass die einzelnen Ressorts grundsĂ€tzlich frei darin seien, innerhalb ihrer Ausgabenplafonds "fachpolitische PrioritĂ€ten zu setzen". Durch das knappe Budget werden auch die LĂ€nder kein Geld mehr vom Bund fĂŒr die Umsetzung ihrer OZG-Projekte sowie den flĂ€chendeckenden Roll-out bekommen. Schleswig-Holstein hat schon Konsequenzen daraus gezogen: Es hat die Vereinbarungen mit dem Bund ĂŒber die Erstellung mehrerer OZG-Projekte zum Beispiel zum Wohngeld gekĂŒndigt. "Durch die unmissverstĂ€ndliche Absage des Bundes, sich weiterhin finanziell an der Umsetzung des OZG zu beteiligen, hat der Bund der Vereinbarung eine wesentliche GeschĂ€ftsgrundlage entzogen", sagte Dirk Schrödter, Chef der Kieler Staatskanzlei, der FAZ. Deshalb bestehe fĂŒr Schleswig-Holstein keine Notwendigkeit, die eigenen Verpflichtungen aufrechtzuerhalten. Das Bundesinnenministerium hat sich bislang nicht zu den Einsparungen geĂ€uĂert.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


