SPD-Fraktion, Palantir-Einsatz

SPD-Fraktion erteilt Palantir-Einsatz Absage

30.07.2025 - 17:21:44

Die SPD hat einem bundesweiten Einsatz von Analysesoftware der US-Firma Palantir bei der deutschen Polizei eine Absage erteilt.

Die Idee, die Sicherheitsbehörden von einem US-Unternehmen "abhĂ€ngig zu machen, dessen eingesetzte Algorithmen intransparent sind und das keiner demokratischen Kontrolle in Bezug auf die Datenverarbeitung unterliegt, halte ich fĂŒr sehr riskant", sagte der digitalpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes SchĂ€tzl, der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagsausgabe). Daher lehne er "den Einsatz von Palantir in deutschen Sicherheitsbehörden ab". Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor auf eine zĂŒgige Entscheidung gedrungen und nicht ausgeschlossen, dass es auf die bundesweite Nutzung von Software der umstrittenen US-Firma Palantir bei den Polizeien hinauslaufen könnte.

SchĂ€tzl lehnt das ab. Palantir unterhalte enge Verbindungen zur Trump-Administration und zu den US-Geheimdiensten, der MitbegrĂŒnder Peter Thiel sei "ein erklĂ€rter Gegner demokratischer Grundwerte", sagte der Sozialdemokrat. Wer diesem Unternehmen Zugang zu sensiblen Daten der BĂŒrger gewĂ€hre, gefĂ€hrde "sowohl die UnabhĂ€ngigkeit unserer Sicherheitsarchitektur als auch Freiheitsrechte". Zudem sei "fraglich, ob der Einsatz dieses Systems mit europĂ€ischen Grundrechten, dem AI-Act sowie dem Grundgesetz vereinbar ist", fĂŒgte SchĂ€tzl hinzu. Auch nach Auffassung der Oppositionsfraktionen GrĂŒne und Linke sollte Deutschland die Finger von einer Kooperation lassen. Der innenpolitische Sprecher der GrĂŒnen, Marcel Emmerich, mahnte Dobrindt, er solle "endlich die bereits vorhandenen deutschen und europĂ€ischen Alternativen vorantreiben, die transparenter sind und rechtlich auf sicherem Boden stehen". Dass er dahingehend untĂ€tig bleibe, sei "unverantwortlich", sagte Emmerich der Zeitung. Die Linken-Innenpolitikerin Clara BĂŒnger befĂŒrchtet durch die Palantir-Software einen "flĂ€chendeckenden Angriff auf die PrivatsphĂ€re von Millionen Menschen in Deutschland", wie sie der "Frankfurter Rundschau" sagte.

@ dts-nachrichtenagentur.de