Kriminalstatistik, Beleidigungen

Kriminalstatistik: Mehr Beleidigungen und mehr Jugendpornografie

31.03.2025 - 15:05:12

Die Straftat "Beleidigung" hat in Deutschland deutlich auf 251.502 FĂ€lle zugenommen.

Das entspricht einem Anstieg um 5,8 Prozent, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) fĂŒr das Jahr 2024 hervorgeht, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gemeinsam mit dem PrĂ€sidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Holger MĂŒnch am Mittwoch in Berlin vorstellen will und ĂŒber welche die "Welt" berichtet. Ein Anstieg wurde insbesondere bei den Beleidigungen registriert, die mit dem "Tatmittel Internet" begangen wurden (23.836 FĂ€lle, plus 14,6 Prozent). Auch die Gesamtzahl der TatverdĂ€chtigen bei Beleidigungen erhöhte sich um 4,2 Prozent auf 200.947. AuffĂ€llig ist, dass darunter deutlich mehr "nichtdeutsche" TatverdĂ€chtige (46.051, plus 5,4 Prozent) sind. Die PKS betont dabei, dass schon die bundesweite Befragung "Sicherheit und KriminalitĂ€t in Deutschland" (SKiD) 2020 von BKA und den Polizeien der BundeslĂ€nder bei Beleidigungen ein großes Dunkelfeld ergeben habe.

Danach wird nur etwa "ein Prozent der persönlichen Beleidigungen im Internet" angezeigt. Bei einem weiteren Delikt, den "Straftaten gegen die persönliche Freiheit", verzeichnet die PKS im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls einen Anstieg - 5,3 Prozent auf 299.082 FĂ€lle (233.302 TatverdĂ€chtige). Auch hier gab es mehr "nichtdeutsche TatverdĂ€chtige" (72.187, plus acht Prozent). Dazu zĂ€hlen die Delikte "Bedrohung" (197.921 FĂ€lle, plus 7,0 Prozent,) und "Nachstellung/Stalking" (24.743 FĂ€lle, plus 6,9 Prozent), die maßgeblich zu den steigenden Zahlen beitragen. Als einen Grund nennt die PKS dafĂŒr: "Die mediale Sensibilisierung der Bevölkerung könnte zu einer höheren Anzeigenbereitschaft gefĂŒhrt haben." Ein weiterer Faktor seien "gesellschaftliche Spannungen", die zu einem Plus bei den Bedrohungen gefĂŒhrt haben könnten. Das Delikt "Nötigung" nahm hingegen nur leicht um 0,8 Prozent auf 68.747 FĂ€lle zu. In dieses Bild passt, dass auch das Deliktfeld "Widerstand gegen und tĂ€tlicher Angriff auf die Staatsgewalt" wieder steigt (44.781 FĂ€lle, plus 1,6 Prozent). Insgesamt wurden 124.008 Straftaten gegen Vollstreckungsbeamte, Rettungsdienst- und FeuerwehrkrĂ€fte registriert - das ist ein starker Anstieg um 12,6 Prozent. Davon wurden 111.496 Polizeivollzugsbeamte (plus 4,9 Prozent) Opfer von Taten - meist bei Widerstands-Handlungen. Laut PKS erlitten bundesweit 102 Polizisten "schwere beziehungsweise tödliche Verletzungen". Zu den Feldern mit einer "rĂŒcklĂ€ufigen Tendenz" zĂ€hlt die PKS die Delikte im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten (42.854 FĂ€lle, minus 5,2 Prozent). Aus Sicht der Polizei seien hierfĂŒr keine konkreten GrĂŒnde erkennbar. Die Zahlen bei den jugendpornografischen Inhalten stiegen jedoch an (9.601 FĂ€lle, plus 8,5 Prozent). Dabei ist der PKS zufolge zu beobachten, dass es sich bei den jugendlichen TĂ€tern hĂ€ufig um sogenannte "Selbstfilmer" handele. Diese machen Aufnahmen von sich selbst und verbreiten diese eigenstĂ€ndig oder ĂŒber Freunde auf Social-Media-Plattformen. Dabei sei den Jugendlichen oft gar nicht bewusst, dass sie durch das Weiterleiten oder den teils auch unbeabsichtigten Upload pornografischer Fotos und Videos eine Straftat begingen. Dementsprechend liegt der Anteil der 20.952 TatverdĂ€chtigen unter 18 Jahren bei 44,4 Prozent - und bewegt sich damit im Vergleich zum Vorjahr auf einem höheren Niveau (2023: 40,6 Prozent). "Neben dem Ansatzpunkt des durch Social-Media-KanĂ€le unterstĂŒtzten Verbreitungsverhaltens der Jugendlichen untereinander kann auch eine erhöhte Anzeigebereitschaft von Schulen/Eltern oder auch MinderjĂ€hrigen ursĂ€chlich fĂŒr den Anstieg der Fallzahlen im Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten sein", heißt es in der PKS. Wegen dieser Entwicklungen intensiviere die Polizei ihre PrĂ€ventionsarbeit und fĂŒhre gezielte AufklĂ€rungskampagnen durch. Ein Beispiel dafĂŒr ist die PrĂ€ventionskampagne #dontsendit des BKA: Sie soll MinderjĂ€hrige, Eltern und Betreuungspersonal auf die Gefahren und Folgen von selbstgefertigten kinder- und jugendpornografischen Inhalten aufmerksam machen.

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