Welthungerhilfe sieht keine Trendwende bei HungerbekÀmpfung
12.10.2023 - 12:13:25Trotz vieler politischer Zusagen und internationalen Konferenzen sei seither immer noch keine Trendwende gelungen, heiĂt es im Welthunger-Index 2023, den die Welthungerhilfe am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Der Bericht untersucht die ErnĂ€hrungslage in 136 LĂ€ndern: 43 LĂ€nder verzeichnen weiterhin ein sehr ernstes und ernstes Hungerniveau und in 18 LĂ€ndern hat der Hunger seit 2015 noch einmal zugenommen; 58 LĂ€nder werden es laut Welthungerhilfe nicht schaffen, bis 2030 ein niedriges Hungerniveau zu erreichen.
Afrika sĂŒdlich der Sahara sowie SĂŒdasien sind erneut die Regionen mit den höchsten Hungerraten. Multiple Krisen wie der Anstieg der Nahrungsmittelpreise, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Klimawandel und immer mehr bewaffnete Konflikte verstĂ€rkten sich gegenseitig und fĂŒhrten dazu, dass rund 750 Millionen Menschen tĂ€glich hungrig ins Bett gingen, so die Hilfsorganisation. Junge Menschen und insbesondere junge Frauen seien davon besonders betroffen. "Wenn weiter Hunger herrscht, mĂŒssen Kinder arbeiten, statt in die Schule zu gehen und MĂ€dchen werden zu frĂŒh verheiratet", sagte Marlehn Thieme, PrĂ€sidentin der Welthungerhilfe. Menschen in LĂ€ndern mit niedrigem Einkommen und benachteiligte Gruppen seien besonders betroffen, weil sie kaum noch KapazitĂ€ten zur BewĂ€ltigung der verschiedenen Krisen hĂ€tten. "Vor diesem Hintergrund sind die geplanten KĂŒrzungen der Entwicklungszusammenarbeit und vor allem der humanitĂ€ren Hilfe das falsche Signal", so Thieme.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


