Bericht vorgestellt: Zahl antisemitischer VorfÀlle steigt weiter
04.06.2025 - 10:25:19Rechnerisch wurden 24 antisemitische VorfĂ€lle pro Tag erfasst, so der Verband. Insgesamt bestimmen die Reaktionen auf den 7. Oktober 2023 und der Krieg in Gaza die Vorfallslage. 68 Prozent aller dokumentierten antisemitischen VorfĂ€lle 2024 hatten einen Bezug zu Israel und zum anhaltenden Krieg in Nahost. AuffĂ€llig war die Zunahme von Antisemitismus in politischen Auseinandersetzungen, etwa durch Demonstrationen, Schmierereien und Aufkleber. Bundesweit seien so 1.802 Versammlungen erfasst worden, bei denen Antisemitismus verbreitet wurde, so der Verband. Demnach wurden etwa die Schoa relativiert, antisemitische Gewalt verherrlicht, oder Terrororganisationen wie Hamas oder Hisbollah gefeiert. Auch Gegendemonstranten seien angegriffen, bedroht und beleidigt worden. Antisemitische VorfĂ€lle traten 2024 deutlich hĂ€ufiger an Bildungseinrichtungen auf. An Hochschulen stieg ihre Zahl von 151 auf 450 - eine Verdreifachung zum Vorjahr. Neben Protestcamps, in denen antisemitische Stereotype verbreitet wurden, wurden Studierende und Mitarbeitende beleidigt, bedroht und angegriffen. An Schulen wurden in 284 FĂ€llen Juden ausgegrenzt, beschimpft und fĂŒr den Krieg in Nahost verantwortlich gemacht. In mindestens 19 FĂ€llen kam es zu Angriffen. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) plĂ€diert angesichts der neuen Zahlen dafĂŒr, jĂŒdisches Leben als Teil deutscher Kultur begreifbar zu machen. Zum Rias-Jahresbericht sagte sie dem "Tagesspiegel", dass der Bericht eine alarmierende Entwicklung zeige. "Antisemitismus ist kein RandphĂ€nomen, sondern eine reale Bedrohung fĂŒr das jĂŒdische Leben in Deutschland." Prien, die selbst jĂŒdische Wurzeln hat, sagte: "Der Einsatz gegen Antisemitismus ist keine Frage persönlicher Betroffenheit. Es geht um staatliche und gesellschaftliche Verantwortung, der wir auf vielen Ebenen gerecht werden wollen." So finanziere das Bundesinnenministerium maĂgeblich die Recherche- und Informationsarbeit von Rias. "Nur was sichtbar ist, kann auch bekĂ€mpft werden", sagte Prien.


