Gesundheit, Straßenverkehr

Deutlicher Anstieg an E-Scooter-UnfÀllen mit Personenschaden

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 09:10 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de

Die Zahl der E-Scooter-UnfÀlle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ist weiter gestiegen.

Deutlicher Anstieg an E-Scooter-UnfÀllen mit Personenschaden
E-Scooter (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in Deutschland 16.496 E-Scooter-UnfÀlle mit Personenschaden - das waren 38,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor (11.944 UnfÀlle). Dabei kamen insgesamt 38 Menschen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte.

Die Zahl der Todesopfer ist demnach im Vergleich zu 2024 ebenfalls gestiegen: Damals starben 27 Menschen bei E-Scooter-UnfÀllen. 1.895 Menschen wurden im Jahr 2025 bei solchen UnfÀllen schwer verletzt und 16.184 leicht.

14.936 oder 82,4 Prozent der VerunglĂŒckten waren mit dem E-Scooter unterwegs, darunter auch 33 Todesopfer. 822 oder 5,5 Prozent der VerunglĂŒckten, die auf einem E-Scooter unterwegs waren, waren Mitfahrer. Darunter war auch eines der 33 Todesopfer. Im Jahr 2024 waren noch 508 oder 4,7 Prozent der VerunglĂŒckten auf E-Scootern Mitfahrer. Laut Straßenverkehrsordnung sind E-Scooter nur fĂŒr eine Person vorgesehen, das Mitfahren weiterer Personen ist nicht erlaubt. Von den fĂŒnf weiteren bei E-Scooter-UnfĂ€llen Getöteten waren drei Personen zu Fuß unterwegs, eine mit dem Fahrrad und eine mit dem Auto.

Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen laut Destatis nach wie vor eine vergleichsweise geringe Rolle: 2025 registrierte die Polizei insgesamt 297 364 VerkehrsunfĂ€lle mit Personenschaden, lediglich an 5,5 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer oder eine E-Scooter-Fahrerin beteiligt. GegenĂŒber 2024 mit damals 4,1 Prozent ist der Anteil allerdings gestiegen.

Deutlich wird der Unterschied im Vergleich zu FahrradunfÀllen: Im Jahr 2025 hat die Polizei deutschlandweit rund 97.035 UnfÀlle mit Personenschaden registriert, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren, das waren 32,6 Prozent aller UnfÀlle mit Personenschaden. 462 Menschen, die mit einem Fahrrad unterwegs waren, kamen dabei ums Leben, 13.686 wurden schwer verletzt, 83.345 leicht.

Besonders junge Menschen sind in E-Scooter-UnfĂ€lle verwickelt. 53,6 Prozent der im Jahr 2025 verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer waren jĂŒnger als 25 Jahre, 83,7 Prozent waren jĂŒnger als 45 Jahre. Dagegen gehörten nach Angaben der Statistiker nur 3,1 Prozent zur Altersgruppe 65plus. Zum Vergleich: Bei den Unfallopfern, die mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs waren, war der Anteil der unter 25-JĂ€hrigen mit 21,4 Prozent deutlich niedriger. Gleichzeitig waren 48,5 Prozent von ihnen jĂŒnger als 45 Jahre. Dagegen war ein deutlich grĂ¶ĂŸerer Teil (20,9 Prozent) 65 Jahre oder Ă€lter. Ein Grund fĂŒr die Unterschiede dĂŒrfte sein, dass jĂŒngere Menschen im Allgemeinen mehr mit E-Scootern unterwegs sind als Ă€ltere.

UnfĂ€lle können nicht immer auf einen einzigen Grund zurĂŒckgefĂŒhrt werden. HĂ€ufig registriert die Polizei mehrere Fehlverhalten. Das hĂ€ufigste Fehlverhalten der E-Scooter-Fahrer mit einem Anteil von 21,6 Prozent war die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege. Die E-Scooter-Nutzer mĂŒssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten.

Vergleichsweise hĂ€ufig legte die Polizei den E-Scooter-Fahrern das Fahren unter Alkoholeinfluss zur Last (10,9 Prozent). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 7,7 Prozent und bei zulassungsfreien KraftrĂ€dern wie Mofas, S-Pedelecs und KleinkraftrĂ€dern 6,1 Prozent. Nicht angepasste Geschwindigkeit war das dritthĂ€ufigste Fehlverhalten, das die Polizei bei E-Scooter-Fahrern feststellte (8,4 Prozent), danach folgten Fehler beim Abbiegen, Wenden, RĂŒckwĂ€rtsfahren, Ein- und Anfahren (7,5 Prozent).

Von den 16.496 E-Scooter-UnfĂ€llen mit Personenschaden im Jahr 2025 waren 30,5 Prozent AlleinunfĂ€lle - das heißt, es gab keine Unfallgegnerin beziehungsweise keinen Unfallgegner. 16 der 33 tödlich VerunglĂŒckten auf E-Scootern kamen bei AlleinunfĂ€llen ums Leben. Von den Verletzten verunglĂŒckten 34,9 Prozent bei AlleinunfĂ€llen.

An 11.111 (67,4 Prozent) E-Scooter-UnfĂ€llen mit Personenschaden war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist war dies ein Autofahrer (7 215 UnfĂ€lle), teilte das Statistische Bundesamt mit. Bei solchen ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Autos verletzten sich 50,5 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Nutzer, 6 starben. Zum Vergleich: An 1.742 E-Scooter-UnfĂ€llen waren Radfahrer beteiligt, bei diesen ZusammenstĂ¶ĂŸen verletzten sich 5,2 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer.

Bei UnfĂ€llen mit zwei Beteiligten trug zu 50,8 Prozent die oder der E-Scooter-Fahrer die Hauptschuld am Unfall. Betrachtet man, wer der Unfallgegner war, gibt es durchaus Unterschiede: Bei ZusammenstĂ¶ĂŸen mit einem Pkw (7.215 UnfĂ€lle) waren die E-Scooter-Fahrenr in 38,1 Prozent der FĂ€lle die Hauptverursacher. Bei UnfĂ€llen mit Fahrradfahrern (1.742 UnfĂ€lle) waren es 74,3 Prozent und bei UnfĂ€llen mit einem FußgĂ€nger (1.282 UnfĂ€lle) waren es sogar 88,7 Prozent der UnfĂ€lle, an denen die E-Scooter-Fahrer die Hauptschuld trugen.

UnfĂ€lle mit E-Scootern geschehen besonders hĂ€ufig in GroßstĂ€dten. Im Jahr 2025 wurden 49,1 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden in StĂ€dten mit mindestens 100.000 Einwohnern registriert. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs (29,9 Prozent) oder FahrrĂ€dern ohne Hilfsmotor (45,1 Prozent) war der Anteil geringer. 27,8 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden spielten sich in StĂ€dten mit mindestens einer halben Million Einwohnern ab. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs waren es dagegen 11,7 Prozent, bei FahrrĂ€dern ohne Motor 26,9 Prozent.

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