Zahl der PflegekrÀfte steigt: Rund 409.000 VollkrÀfte in Kliniken
19.03.2026 - 04:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de"Das Interesse an der Arbeit im Krankenhauswesen und an entsprechenden Ausbildungswegen ist hoch und zeigt die anhaltende AttraktivitĂ€t des Gesundheitssektors", sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Henriette Neumeyer. "Eine bedarfsgerechte Personalbemessung wird grundsĂ€tzlich als wichtig anerkannt, stöĂt jedoch noch nicht ĂŒberall auf Akzeptanz, da sie vielfach als zu starr und bĂŒrokratisch wahrgenommen wird und ihre Vorteile in den KrankenhĂ€usern bislang nicht ausreichend zur Geltung kommen."
Die steigenden Pflegepersonalkosten belasten jedoch die gesetzlichen Krankenkassen zunehmend. Laut Bundesgesundheitsministerium stiegen die Pflegepersonalkosten 2025 um rund zwölf Prozent, die Kosten fĂŒr die Krankenhausbehandlungen insgesamt um 9,6 Prozent.
FĂŒr die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen ist das nicht hinnehmbar. "Jetzt reicht es. Wir erleben derzeit im Krankenhaussektor eine gefĂ€hrliche Entkoppelung von ökonomischer RealitĂ€t und politischer Rhetorik", sagte Johannes Wolff, Abteilungsleiter KrankenhĂ€user beim GKV-Spitzenverband. "WĂ€hrend das Wirtschaftswachstum stagniert, driften die Gesundheitsausgaben ungebremst nach oben. Der zentrale Treiber dieser Entwicklung ist das (Pflege)personal, das sich zum Ausgabentreiber entwickelt hat." Es gebe einen historischen Höchststand an BeschĂ€ftigten. "Doch dieser massive Personalaufbau fĂŒhrt paradoxerweise nicht zu einer effizienteren Versorgung." Wir finanzierten "immer mehr Personal fĂŒr immer weniger Patienten".
Der Pflegerat wies diese Kritik jedoch zurĂŒck. "Der Personalaufbau ist kein Beleg fĂŒr Entwarnung, sondern fĂŒr einen lange ignorierten Mangel", sagte Christine Vogler, die PrĂ€sidentin des Deutschen Pflegerats. In den frĂŒhen 2000er Jahren seien mehr als 50.000 Stellen abgebaut worden, was jetzt "mĂŒhsam korrigiert" werde.

