Rechtsextreme, Straftaten

Rechtsextreme Straftaten an Schulen auf Rekordhoch

24.04.2025 - 11:22:54

Die Zahl rechtsmotivierter Straftaten an deutschen Schulen ist im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen.

Das ergab eine Abfrage des "Stern" unter den LandeskriminalÀmtern der BundeslÀnder. Demnach haben sich die bei der Polizei gemeldeten FÀlle an Schulen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt - in einigen BundeslÀndern sogar nahezu vervierfacht. Auch im Vorjahresvergleich sind die ZuwÀchse enorm.

Laut "Stern" erfasste die Polizei zuletzt in Sachsen-Anhalt den drastischsten Anstieg: Die FĂ€lle stiegen 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 150 Prozent, auf 185 FĂ€lle insgesamt. Auch in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bayern nahmen die VorfĂ€lle besonders stark zu: mit 80 beziehungsweise 52 Prozent und fast 39 Prozent. Niedersachsen, das aktuell noch keine endgĂŒltigen Zahlen fĂŒr 2024 ĂŒbermittelte, kĂŒndigte an, dass sich die FĂ€lle im Vergleich zu 2023 voraussichtlich verdoppelt hĂ€tten. Die absolut gesehen meisten FĂ€lle weisen die Polizeidaten fĂŒr Brandenburg aus: 336 FĂ€lle. Aus dem hessischen Kultusministerium hieß es, die gesellschaftliche Polarisierung wirke sich auch auf die Schulen aus. Andere BundeslĂ€nder, die Zahlen bis einschließlich 2023 ĂŒbermitteln konnten, bestĂ€tigen den Trend. Die meisten registrierten Taten laut den Statistiken der LandeskriminalĂ€mter: das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Das meint beispielsweise in SchulbĂ€nke eingeritzte Hakenkreuze oder das Zeigen des Hitlergrußes auf dem SchulgelĂ€nde. Nach Auskunft der LĂ€nder kommt es auch zunehmend zu Problemen mit der Verwendung von rechtsextremen Symbolen in Klassenchats. Auch an Schulen sehr beliebt ist der Partyhit "L` Amour Toujours", dessen Refrain spĂ€testens seit einem bundesweit bekanntgewordenen Vorfall auf Sylt im vergangenen Sommer gerne auslĂ€nderfeindlich umgedichtet wird auf "Deutschland den Deutschen, AuslĂ€nder raus". Diese Zeilen zu singen ist allerdings nicht zwingend strafbar. Laut den LĂ€ndern kann es sich bei den gemeldeten Taten teils um FĂ€lle handeln, die nicht von SchĂŒlern oder wĂ€hrend der Schulzeit begangen wurden, in denen die Schule also nur der Tatort war. Es gibt keine einheitlichen bundesweiten Erfassungskriterien fĂŒr rechtsmotivierte Straftaten an Schulen in Deutschland. Baden-WĂŒrttemberg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen erfassen rechtsextreme VorfĂ€lle an Schulen nicht gesondert in ihrer Polizeistatistik fĂŒr politisch motivierte KriminalitĂ€t.

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