Zahl, Todesopfer

Zahl der Todesopfer bei E-Scooter-UnfÀllen verdoppelt

26.07.2024 - 08:16:42

Im Jahr 2023 hat die Polizei in Deutschland 9.425 E-Scooter-UnfÀlle mit Personenschaden registriert - das waren 14,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor (8.260 UnfÀlle).

Dabei kamen insgesamt 22 Menschen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte. Die Zahl der Todesopfer verdoppelte sich damit gegenĂŒber 2022, damals starben elf Menschen bei E-Scooter-UnfĂ€llen. 1.220 Menschen wurden 2023 schwer verletzt und 8.911 leicht.

83,0 Prozent der VerunglĂŒckten waren selbst mit dem E-Scooter unterwegs, darunter auch 21 der 22 Todesopfer. Nicht enthalten sind UnfĂ€lle, die durch unachtsam abgestellte E-Scooter verursacht werden. In manchen StĂ€dten ist das Abstellen mittlerweile nur noch auf SammelparkplĂ€tzen erlaubt. Besonders junge Menschen sind in E-Scooter-UnfĂ€lle verwickelt. Im vergangenen Jahr waren 41,6 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer jĂŒnger als 25 Jahre, 80,4 Prozent waren jĂŒnger als 45 Jahre. Dagegen gehörten nur 3,4 Prozent der E-Scooter-Nutzer, die an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt waren, zur Altersgruppe 65plus. Zum Vergleich: Bei den Unfallopfern, die mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs waren, war der Anteil in dieser Altersgruppe mit 19,6 Prozent deutlich höher. Gleichzeitig war nur knapp die HĂ€lfte (48,7 Prozent) von ihnen jĂŒnger als 45 Jahre, nur 22,1 Prozent waren nicht Ă€lter als 25 Jahre. 66,3 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden im Jahr 2023 wurden vom Fahrer des E-Scooters verursacht. UnfĂ€lle können nicht immer auf einen einzigen Grund zurĂŒckgefĂŒhrt werden. HĂ€ufig registriert die Polizei bei einem Unfall mehrere Fehlverhalten. Insgesamt registrierte die Polizei bei E-Scooter-Fahrern, die in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt waren, in 9.296 FĂ€llen Fehlverhalten. Das hĂ€ufigste Fehlverhalten mit einem Anteil von 19,4 Prozent war die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege. Die E-Scooter-Nutzer mĂŒssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten. Vergleichsweise hĂ€ufig legte die Polizei den E-Scooter-Fahrern das Fahren unter Alkoholeinfluss zur Last (15,1 Prozent). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 8,1 Prozent und bei zulassungsfreien KraftrĂ€dern wie Mofas, S-Pedelecs und KleinkraftrĂ€dern 7,4 Prozent. Nicht angepasste Geschwindigkeit war das dritthĂ€ufigste Fehlverhalten, das die Polizei bei E-Scooter-Fahrern feststellte (7,0 Prozent), danach folgte die Missachtung der Vorfahrt (5,8 Prozent). UnfĂ€lle mit E-Scootern geschehen besonders hĂ€ufig in GroßstĂ€dten. Im Jahr 2023 wurden 59,8 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden in StĂ€dten mit mindestens 100.000 Einwohnern registriert. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs (30,1 Prozent) oder FahrrĂ€dern ohne Hilfsmotor (45,2 Prozent) war der Anteil deutlich geringer. Mehr als ein Drittel (36,4 Prozent) der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden spielten sich in StĂ€dten mit mindestens einer halben Million Einwohnern ab. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs waren es dagegen 12,3 Prozent, bei FahrrĂ€dern ohne Motor 26,3 Prozent. Von den 9.425 E-Scooter-UnfĂ€llen mit Personenschaden im Jahr 2023 waren 3.189 (33,8 Prozent) AlleinunfĂ€lle - das heißt, es gab keinen Unfallgegner. Zwölf der 21 auf E-Scootern Getöteten kamen bei AlleinunfĂ€llen ums Leben. Bei den Verletzten traf dies auf 38,9 Prozent zu. An knapp zwei Dritteln (6.115) der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist war dies ein Autofahrer (3.930 UnfĂ€lle). Knapp die HĂ€lfte (48,0 Prozent) der verunglĂŒckten E-Scooter-Nutzer verletzte sich bei eben solchen ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Pkw. Zum Vergleich: An 913 (9,7 Prozent) E-Scooter-UnfĂ€llen waren Radfahrer beteiligt, bei diesen ZusammenstĂ¶ĂŸen verletzten sich aber nur 4,5 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer. Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen eine vergleichsweise geringe Rolle: 2023 registrierte die Polizei insgesamt 291.890 UnfĂ€lle mit Personenschaden, lediglich an 3,2 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer beteiligt. 2022 war der Anteil mit 2,9 Prozent noch etwas geringer. Deutlich wird der Unterschied im Vergleich zu FahrradunfĂ€llen: Im Jahr 2023 hat die Polizei deutschlandweit rund 94.468 UnfĂ€lle mit Personenschaden registriert, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren, das war ein knappes Drittel (32,4 Prozent) aller UnfĂ€lle mit Personenschaden. 446 Menschen, die mit einem Fahrrad unterwegs waren, kamen dabei ums Leben, 14.464 wurden schwer verletzt, 80.050 leicht, so die Statistiker.

@ dts-nachrichtenagentur.de