Zahl der Todesopfer bei E-Scooter-UnfÀllen verdoppelt
26.07.2024 - 08:16:4283,0 Prozent der VerunglĂŒckten waren selbst mit dem E-Scooter unterwegs, darunter auch 21 der 22 Todesopfer. Nicht enthalten sind UnfĂ€lle, die durch unachtsam abgestellte E-Scooter verursacht werden. In manchen StĂ€dten ist das Abstellen mittlerweile nur noch auf SammelparkplĂ€tzen erlaubt. Besonders junge Menschen sind in E-Scooter-UnfĂ€lle verwickelt. Im vergangenen Jahr waren 41,6 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer jĂŒnger als 25 Jahre, 80,4 Prozent waren jĂŒnger als 45 Jahre. Dagegen gehörten nur 3,4 Prozent der E-Scooter-Nutzer, die an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt waren, zur Altersgruppe 65plus. Zum Vergleich: Bei den Unfallopfern, die mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs waren, war der Anteil in dieser Altersgruppe mit 19,6 Prozent deutlich höher. Gleichzeitig war nur knapp die HĂ€lfte (48,7 Prozent) von ihnen jĂŒnger als 45 Jahre, nur 22,1 Prozent waren nicht Ă€lter als 25 Jahre. 66,3 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden im Jahr 2023 wurden vom Fahrer des E-Scooters verursacht. UnfĂ€lle können nicht immer auf einen einzigen Grund zurĂŒckgefĂŒhrt werden. HĂ€ufig registriert die Polizei bei einem Unfall mehrere Fehlverhalten. Insgesamt registrierte die Polizei bei E-Scooter-Fahrern, die in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt waren, in 9.296 FĂ€llen Fehlverhalten. Das hĂ€ufigste Fehlverhalten mit einem Anteil von 19,4 Prozent war die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege. Die E-Scooter-Nutzer mĂŒssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten. Vergleichsweise hĂ€ufig legte die Polizei den E-Scooter-Fahrern das Fahren unter Alkoholeinfluss zur Last (15,1 Prozent). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 8,1 Prozent und bei zulassungsfreien KraftrĂ€dern wie Mofas, S-Pedelecs und KleinkraftrĂ€dern 7,4 Prozent. Nicht angepasste Geschwindigkeit war das dritthĂ€ufigste Fehlverhalten, das die Polizei bei E-Scooter-Fahrern feststellte (7,0 Prozent), danach folgte die Missachtung der Vorfahrt (5,8 Prozent). UnfĂ€lle mit E-Scootern geschehen besonders hĂ€ufig in GroĂstĂ€dten. Im Jahr 2023 wurden 59,8 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden in StĂ€dten mit mindestens 100.000 Einwohnern registriert. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs (30,1 Prozent) oder FahrrĂ€dern ohne Hilfsmotor (45,2 Prozent) war der Anteil deutlich geringer. Mehr als ein Drittel (36,4 Prozent) der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden spielten sich in StĂ€dten mit mindestens einer halben Million Einwohnern ab. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs waren es dagegen 12,3 Prozent, bei FahrrĂ€dern ohne Motor 26,3 Prozent. Von den 9.425 E-Scooter-UnfĂ€llen mit Personenschaden im Jahr 2023 waren 3.189 (33,8 Prozent) AlleinunfĂ€lle - das heiĂt, es gab keinen Unfallgegner. Zwölf der 21 auf E-Scootern Getöteten kamen bei AlleinunfĂ€llen ums Leben. Bei den Verletzten traf dies auf 38,9 Prozent zu. An knapp zwei Dritteln (6.115) der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist war dies ein Autofahrer (3.930 UnfĂ€lle). Knapp die HĂ€lfte (48,0 Prozent) der verunglĂŒckten E-Scooter-Nutzer verletzte sich bei eben solchen ZusammenstöĂen mit Pkw. Zum Vergleich: An 913 (9,7 Prozent) E-Scooter-UnfĂ€llen waren Radfahrer beteiligt, bei diesen ZusammenstöĂen verletzten sich aber nur 4,5 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer. Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen eine vergleichsweise geringe Rolle: 2023 registrierte die Polizei insgesamt 291.890 UnfĂ€lle mit Personenschaden, lediglich an 3,2 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer beteiligt. 2022 war der Anteil mit 2,9 Prozent noch etwas geringer. Deutlich wird der Unterschied im Vergleich zu FahrradunfĂ€llen: Im Jahr 2023 hat die Polizei deutschlandweit rund 94.468 UnfĂ€lle mit Personenschaden registriert, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren, das war ein knappes Drittel (32,4 Prozent) aller UnfĂ€lle mit Personenschaden. 446 Menschen, die mit einem Fahrrad unterwegs waren, kamen dabei ums Leben, 14.464 wurden schwer verletzt, 80.050 leicht, so die Statistiker.


