Lagebild vorgestellt: Fallzahlen zu Kindesmissbrauch bleiben hoch
21.08.2025 - 10:36:52Die Zahl der TatverdĂ€chtigen stieg um 6,8 Prozent auf 1.018. Die Anzahl der FĂ€lle der Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornografischer Inhalte ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen und erreichte im Berichtsjahr 2024 mit 9.601 FĂ€llen einen Höchstwert (plus 8,5 Prozent). Seit dem Jahr 2020 haben sich die Fallzahlen damit mehr als verdreifacht. Im Gegensatz dazu sind die registrierten Straftaten rund um kinderpornografische Inhalte und der sexuellen Ausbeutung zum Nachteil von MinderjĂ€hrigen gesunken. Dennoch bleibt die Zahl mit 42.854 FĂ€llen bei der Herstellung, Verbreitung, dem Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Inhalten weiterhin auf einem hohen Niveau. Weitere wesentliche Erkenntnisse aus dem Bundeslagebild. Der Anteil der MinderjĂ€hrigen, Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) und jungen Erwachsenen (21 bis 24 Jahre) an der Gesamtzahl der TatverdĂ€chtigen ist anhaltend hoch. So machen MinderjĂ€hrige in Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten fast die HĂ€lfte der TatverdĂ€chtigen aus. StraffĂ€llige Kinder und Jugendliche sind hĂ€ufig dem PhĂ€nomen der "Selbstfilmenden" zuzurechnen. Zudem leiten sie kinder- und jugendpornografische Inhalte hĂ€ufig unbedacht an Personen aus ihrer Altersgruppe weiter. Viele handeln dabei ohne Bewusstsein fĂŒr eine mögliche strafrechtliche Relevanz sowie weitere persönliche und soziale Folgen ihres Handelns - insbesondere, wenn die Inhalte in Sozialen Medien geteilt werden. Neben Straftaten, bei denen Körperkontakt zwischen TĂ€tern und Opfern besteht (sogenannte Hands-on-Straftaten), findet weiterhin ein groĂer Anteil der Delikte online statt. Das Internet bietet hier zahlreiche Tatgelegenheiten fĂŒr PhĂ€nomene wie beispielsweise "Cybergrooming", "Livestreaming" und "Sextortion". "Die Zahlen beim sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sind erschĂŒtternd hoch und bleiben auf einem inakzeptablen Niveau", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CDU). "Wir dĂŒrfen uns damit nicht abfinden." Jeder TĂ€ter mĂŒsse konsequent verfolgt werden. "Dazu mĂŒssen wir unsere Sicherheitsbehörden technisch so ausstatten, dass sie TĂ€ter gerade im Netz identifizieren und laufenden Missbrauch stoppen können", so der Bundesinnenminister. Deshalb werde die Speicherung von IP-Adressen eingefĂŒhrt, als zentrales Werkzeug, um Kinder besser zu schĂŒtzen und TĂ€ter vor Gericht zu bringen, so der Politiker. Der PrĂ€sident des Bundeskriminalamts, Holger MĂŒnch, ergĂ€nzte, dass man die personellen KapazitĂ€ten in diesem PhĂ€nomenbereich erhöht habe und auch die technischen FĂ€higkeiten der Ermittler weiter ausbaue. "Ziel ist es, TĂ€ter kĂŒnftig noch schneller und effektiver zu identifizieren und die kriminellen Strukturen zu zerschlagen."


