Afghanistan, Asyl

Aufnahmezusagen fĂŒr Afghanen beschĂ€ftigen zunehmend Karlsruhe

21.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Immer mehr der von der Bundesregierung widerrufenen Aufnahmezusagen fĂŒr Schutzsuchende aus Afghanistan beschĂ€ftigen das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.Das berichtet die "Neue OsnabrĂŒcker Zeitung" unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Bundesverfassungsgericht (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bundesverfassungsgericht (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Demnach sind bis zum Stichtag 10. April 2026 "zehn Verfahren bzw. EilantrÀge beim Bundesverfassungsgericht bekannt".

Gleichzeitig wurde 300 vor allem in Pakistan lebenden Afghanen mit widerrufener Aufnahmezusage in den vergangenen Wochen jegliche UnterstĂŒtzung durch die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entzogen. Die Betroffenen wurden aufgefordert, als sicher geltende UnterkĂŒnfte zu verlassen und nach Afghanistan zurĂŒckzukehren oder in ein Drittland weiterzureisen.

"Das Mindeste wĂ€re es, eine bevorstehende Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten, bevor Betroffene so leichtfertig gefĂ€hrdet werden", kritisierte die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Clara BĂŒnger, das Vorgehen der Bundesregierung.

Sie sagte der noz weiter: "Nach oft jahrelanger UnterstĂŒtzung hat die Bundesregierung gefĂ€hrdete Personen einfach vor die TĂŒr gesetzt und jegliche Hilfe eingestellt. Das ist ein moralisches Versagen erster GĂŒte." Die Entsendung der Bundeswehr nach Afghanistan sei auch mit den Rechten von Frauen begrĂŒndet worden, nun aber liefere "die Bundesregierung besonders gefĂ€hrdete Frauen, die in ihrer Obhut stehen, den Taliban-Terroristen aus".

Rund 100 Menschen mit widerrufener Aufnahmezusage erklĂ€rten sich laut Auskunft des Bundesinnenministeriums bis zum 31. MĂ€rz 2026 bereit, ein UnterstĂŒtzungsangebot der Bundesregierung zur RĂŒckkehr nach Afghanistan anzunehmen. 785 Personen, deren Aufnahmezusage widerrufen wurde, werden noch von der Bundesregierung versorgt. In diesen FĂ€llen sind Rechtsmittel anhĂ€ngig, insgesamt laufen zu diesem Personenkreis derzeit etwa 500 Gerichtsverfahren in Deutschland, so die Bundesregierung. "Wenn es darum geht, Wort zu halten, darf die Regierung die Entscheidung nicht den Gerichten ĂŒberlassen", sagte BĂŒnger. Alle ursprĂŒnglichen Aufnahmezusagen mĂŒssten "schnell und unkompliziert umgesetzt werden".

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, freiwillige Aufnahmen so weit wie möglich zu beenden.

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