Menschen, Darmkrebs

Immer weniger Menschen sterben an Darmkrebs - vor allem Frauen

26.03.2025 - 08:46:51

In Deutschland sterben immer weniger Menschen an Darmkrebs.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte, ist die Zahl der TodesfĂ€lle aufgrund von Darmkrebs binnen 20 Jahren um 17 Prozent zurĂŒckgegangen. Sie sank von 28.900 TodesfĂ€llen im Jahr 2003 auf rund 24.100 im Jahr 2023. Im selben Zeitraum nahm die Zahl der Krebstoten insgesamt um zehn Prozent zu: von 209.300 auf 230.300 Menschen.

Die Bevölkerung ist in dem Zeitraum um zwei Prozent gewachsen: auf 83,5 Millionen Menschen zum Jahresende 2023. Allerdings ist Darmkrebs damit nach wie vor die zweithĂ€ufigste krebsbedingte Todesursache nach Lungen- und Bronchialkrebs. Ein Grund fĂŒr den RĂŒckgang könnte neben einer verbesserten Therapie auch das nach und nach ausgebaute FrĂŒherkennungsprogramm in Deutschland sein. Aktuell wird ab April 2025 das Anspruchsalter fĂŒr die Vorsorge-Darmspiegelung bei Frauen von 55 auf 50 Jahre gesenkt und damit die Darmkrebsvorsorge fĂŒr MĂ€nner und Frauen angeglichen, so die Statistiker. Einen grĂ¶ĂŸeren prozentualen RĂŒckgang als bei den TodesfĂ€llen aufgrund von Darmkrebs gab es unter den weitverbreiteten Krebsarten lediglich beim Magenkrebs und beim GebĂ€rmutterhalskrebs. An Magenkrebs starben im Jahr 2023 34 Prozent weniger Menschen als 20 Jahre zuvor. Auch bei GebĂ€rmutterhalskrebs (-20 Prozent) gab es binnen 20 Jahren deutlich weniger TodesfĂ€lle. Bei anderen Krebsarten wie Hautkrebs (+61 Prozent), BauchspeicheldrĂŒsenkrebs (+53 Prozent), oder Prostatakrebs (+32 Prozent) nahm die Zahl der TodesfĂ€lle im selben Zeitraum dagegen zu. Einen deutlichen RĂŒckgang bei den darmkrebsbedingten TodesfĂ€llen gab es bei den Frauen: Im Jahr 2023 starben mit 11.100 Frauen rund 25 Prozent weniger an Darmkrebs als noch 20 Jahre zuvor, bei MĂ€nnern waren es mit 13.000 TodesfĂ€llen rund acht Prozent weniger. Damit waren 54 Prozent der im Jahr 2023 an Darmkrebs Verstorbenen MĂ€nner, 46 Prozent Frauen. Seit dem Jahr 2006 sterben anteilig mehr MĂ€nner als Frauen an Darmkrebs. Wie bei den meisten Krebserkrankungen sind vor allem Ă€ltere Menschen betroffen: So waren 71 Prozent der 2023 an Darmkrebs Verstorbenen 70 Jahre und Ă€lter. Vor 20 Jahren lag deren Anteil bei 67 Prozent. Im Jahr 2023 waren 18 Prozent in der Altersgruppe von 60 bis 69 Jahren, acht Prozent waren im Alter von 50 bis 59 Jahre und drei Prozent waren jĂŒnger als 50 Jahre. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Menschen, die aufgrund einer Darmkrebserkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten, deutlich zurĂŒckgegangen, so die Statistiker weiter. Im Jahr 2023 wurden rund 139.200 Menschen wegen Darmkrebs stationĂ€r behandelt. Das waren 30 Prozent weniger FĂ€lle als im Jahr 2003. Damals kamen 200.100 Menschen mit einer solchen Diagnose in ein Krankenhaus. Trotz des RĂŒckgangs im langfristigen Vergleich war Darmkrebs im Jahr 2023 mit einem Anteil von zehn Prozent die zweithĂ€ufigste Krebsdiagnose nach Lungen- und Bronchialkrebs (12 Prozent). MĂ€nner sind durchweg in den letzten 20 Jahren von der Diagnose Darmkrebs hĂ€ufiger betroffen als Frauen: Auf sie entfielen 2023 rund 56 Prozent der stationĂ€ren Behandlungen wegen Darmkrebs, aber nur 48 Prozent aller Krankenhausbehandlungen insgesamt. Bei durchweg allen Altersgruppen ab 30 Jahren sind die darmkrebsbedingten Krankenhausbehandlungen im langfristigen Vergleich rĂŒcklĂ€ufig. Dagegen stiegen die darmkrebsbedingten Krankenhausbehandlungen bei den 20- bis 29-JĂ€hrigen an, wenn auch mit niedrigen Fallzahlen: In dieser Altersgruppe gab es 2023 rund 520 Patienten; 20 Jahre zuvor waren es 360. Einen Leistungsanspruch auf Darmkrebsvorsorge hat man in Deutschland ab 50 Jahren. JĂŒnger als 50 Jahre waren im Jahr 2023 rund 9.100 Menschen, die aufgrund einer Darmkrebserkrankung im Krankenhaus behandelt wurden. Das waren sieben Prozent aller FĂ€lle. Darmkrebs tritt im Alter hĂ€ufiger auf: Mehr als die HĂ€lfte (51 Prozent) der im Jahr 2023 aufgrund einer Darmkrebserkrankung behandelten Patienten war 70 Jahre und Ă€lter.

@ dts-nachrichtenagentur.de