Russland, Ukraine Frei zurĂŒckhaltend bei direkten GesprĂ€chen mit Putin
23.12.2025 - 14:11:20
Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) hat sich zurĂŒckhaltend zu Forderungen nach direkten GesprĂ€chen mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin geĂ€uĂert.
Es habe ja durchaus GesprĂ€chskanĂ€le nach Moskau gegeben, aber Putin habe nie signalisiert, dass er auf diplomatische BemĂŒhungen einsteigen wolle, sagte Frei dem Nachrichtensender "Welt". Zuletzt hatte der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron fĂŒr einen solchen Kontakt plĂ€diert, auch aus der Union kam UnterstĂŒtzung, unter anderem von CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann.
"Es wird in der öffentlichen Debatte ja hÀufig so getan, als hÀtte man GesprÀche apodiktisch seit Ausbruch des Krieges abgelehnt", sagte Frei. "Die gab es ja immer wieder. Aber beispielsweise auch, wenn Donald Trump mit Putin gesprochen hat, war die Konsequenz eigentlich immer, dass danach die Angriffe auf die Ukraine, insbesondere auch die Zivilbevölkerung dort, umso hÀrter und unvermittelter vonstattengegangen sind."
"Das heiĂt, wir haben trotz all der diplomatischen BemĂŒhungen, die es ja die ganze Zeit gegeben hat, im Grunde genommen nie ein Zeichen aus Russland bekommen, dass man darauf einsteigt und dass die Konsequenzen daraus auch sind, dass man insbesondere die Angriffe auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine einstellt oder wenigstens zurĂŒckfĂ€hrt."
Frei weiter: "Von Putin sind bislang ĂŒberhaupt keine Signale gekommen, sich darauf einlassen zu wollen. Und deswegen rate ich hier sehr zum Realismus."
FĂŒr entscheidender hĂ€lt Frei direkte GesprĂ€che mit europĂ€ischen und amerikanischen Partnern, "sodass wir deutlich machen, dass Putin es mit einer Einheit zu tun hat - Ukraine, Europa, USA - und dass sich da auch kein Spaltpilz dazwischen treiben lĂ€sst". An dieser Abstimmung arbeite der Kanzler: "Ich glaube, es hat sich wirklich bewĂ€hrt, dass Friedrich Merz - seit er das Amt des Bundeskanzlers ĂŒbernommen hat - nicht nur eine starke deutsche Stimme gibt, sondern dass er sich insbesondere mit Macron, mit Starmer, aber auch mit den Polen, den Italienern eng abgestimmt hat. Und das ist die eigentliche StĂ€rke der Situation, in der wir derzeit sind, dass Europa hier mit quasi einer Stimme spricht."