Studie: Kinder spielen mehr mit Medien als auf der StraĂe
20.10.2023 - 06:51:24Befragt wurden 1.000 Haushalte mit mindestens einem Kind. Bei den JĂŒngeren hĂ€lt sich die Mediennutzung noch in etwa die Waage: Die 10- bis 13-JĂ€hrigen nutzen pro Woche fast elf Stunden elektronische Medien und sind zehn Stunden zum Spielen oder Sport analog unterwegs. Selbst die Unter-DreijĂ€hrigen konsumieren bereits mehr als vier Stunden digitale Medien, wie ihre Eltern in der Umfrage angeben haben. Die Dunkelziffer ĂŒber die wirkliche Nutzungszeit dĂŒrfte sogar noch höher liegen. "Befragungen von Kindern zeigen oft viel höhere Nutzungszahlen. Eltern neigen dazu, sich die Bildschirmzeit ihrer Kinder kleinzureden", sagte der SozialpĂ€dagoge Clemens Beisel. Die hohen Nutzungszeiten ergeben sich auch daraus, "dass die GerĂ€te fast ĂŒberall von unterwegs genutzt werden können, wo die Eltern es nicht mitbekommen". Die Mehrheit der Eltern hat wegen der hohen Mediennutzung ihrer Kinder ein schlechtes Gewissen: 61 Prozent der Befragten grĂ€men sich, weil sie zu viele Ausnahmen bei der Mediennutzung machen, gleichzeitig fĂŒrchten 59 Prozent, dass sie ihren Kindern eine zu hĂ€ufige oder zu lange Nutzung erlaubten. Gut die HĂ€lfte gesteht aber auch ein, dass sie zu selten bei ihren Kindern seien, um die Nutzung von digitalen Medien zu kontrollieren oder fĂŒr ein Alternativprogramm zu sorgen. Viele Eltern versuchen, ihren Kindern klare Regeln und Grenzen bei der Mediennutzung zu setzen. Das BemĂŒhen nimmt jedoch mit zunehmendem Alter der Kinder ab. Gleichzeitig halten sich die Kinder nicht immer an die Regeln. Unter den 14- bis 17-jĂ€hrigen Teenagern folgen nur ein Viertel den elterlichen Vorgaben. Bei den 10- bis 13-JĂ€hrigen sind es laut Befragung 42 Prozent. Sogar bei den Unter-10-JĂ€hrigen halten sich nach Angaben der Eltern nur rund 60 Prozent an die gesetzten BeschrĂ€nkungen.


