KZ-GedenkstÀtten, Ziel

KZ-GedenkstĂ€tten immer hĂ€ufiger Ziel von Übergriffen

04.11.2023 - 19:05:38

KZ-GedenkstĂ€tten in Deutschland verzeichnen immer mehr Übergriffe aus dem rechten Spektrum.

"Die Zahl der VorfĂ€lle nimmt spĂŒrbar zu: Vandalismus durch Hakenkreuz-Schmierereien, BeschĂ€digungen von Gedenktafeln oder Leugnung der NS-Verbrechen stellen ein Problem in einer ernsthaften Dimension dar", sagte Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-GedenkstĂ€tte Neuengamme und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der KZ-GedenkstĂ€tten in Deutschland, der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". Die TĂ€ter seien hĂ€ufig im rechten Spektrum zu verorten, so von Wrochem.

"Menschen mit rechter Gesinnung scheuen sich nicht lĂ€nger, KZ-GedenkstĂ€tten zu besuchen und hier offen rechtsextremistisches Gedankengut zu Ă€ußern." Viele Einrichtungen hĂ€tten auf die Entwicklung mit einer VerschĂ€rfung der Hausordnung reagiert: "Personen, die verbotene Symbole tragen, sich offen antisemitisch oder geschichtsrevisionistisch Ă€ußern, werden des GelĂ€ndes verwiesen." Derartige VorfĂ€lle wĂŒrden zur Anzeige gebracht, so von Wrochem. "Oft wird aber sehr subtil agiert. Etwa, indem Fragen zur Geschichte gestellt werden, die suggerieren, es habe den Holocaust nicht gegeben, oder die die NS-Verbrechen relativieren." Von Wrochem sieht bei der Zunahme der VorfĂ€lle einen Bezug auch zum jĂŒngsten Erfolg der AfD: "Eine in Teilen rechtsextremistische Partei schneidet bei Wahlen gut ab. Und in Deutschland ist es zu hĂ€ufig folgenlos, sich antisemitisch, rassistisch, antiziganistisch oder geschichtsrevisionistisch zu Ă€ußern. Das alles hat Auswirkungen." Mit Blick auf die Anti-Israel-Demonstrationen und antisemitische Haltungen auch in Teilen der migrantischen Community in Deutschland sagte von Wrochem: "Bislang habe ich in GedenkstĂ€tten, die an NS-Unrecht erinnern, keine vermehrten VorfĂ€lle beobachtet, die sich unmittelbar darauf zurĂŒckfĂŒhren lassen." Es sei aber nicht auszuschließen, dass sich dies noch Ă€ndert: "Die gesellschaftlichen Entwicklungen wirken sich immer auf die GedenkstĂ€ttenarbeit aus, und GedenkstĂ€tten mĂŒssen Antworten finden auf diese Herausforderungen."

@ dts-nachrichtenagentur.de