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Millionen in Ostafrika durch Heuschreckenplage bedroht

Veröffentlicht am: 13.02.2020 um 09:39 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Eine Heuschreckenplage verursacht derzeit eine massive Hungersnot in Ostafrika und bedroht Millionen von Menschen

Hungernde Kinder in Somalia, Illustration mit AI erstellt.
Hungernde Kinder in Somalia, Illustration mit AI erstellt.
Die Heuschreckenplage bedrohe die Region in einer sowieso schon aussichtslosen und kritischen Lage, betonte Ayele Sebaro, der Nothilfe-Koordinator von SOS-Kinderdörfern im Osten und SĂŒden Afrikas. Kenia, Somalia und Äthiopien beherberge bereits jetzt zwölf Millionen Menschen, die an Hunger leiden, ganz ohne Heuschreckenplage. Die Plage gĂ€be dem Notstand ein ganz neues Ausmaß und die Situation drohe zu eskalieren. In Äthiopien wurden bereits 2.350 Quadratkilometer an FlĂ€che restlos zerstört. Das fatale: In diesem Gebiet Leben 85 Prozent der Menschen von Landwirtschaft und fĂŒrchte nun, Kinder und andere Familienmitglieder nicht mehr vernĂŒnftig ernĂ€hren zu können. Versuche die Insekten mit Rauch oder einer GerĂ€uschkulisse zu verscheuchen, schlugen fehl. Laut Sebaro versuche die Regierung ihr bestes, die Plage mit Chemikalien einzudĂ€mmen. Doch auch hier fehle es an Mitteln wie Pestiziden und Transportmitteln wie Flugzeugen. Die finanziellen Mittel seien allgemein sehr begrenzt. Da die Heuschrecken sĂ€mtliche bewachsenen FlĂ€chen leer fressen, sei auch das Leben der heimischen Nutztiere gefĂ€hrdet. Die Konsequenzen sind unter anderem der komplette Stillstand der Milchproduktion. Diese Milch ist in verschiedenen Regionen das Nahrungsmittel Nummer 1 fĂŒr Kinder und grundlegend notwendig. Ein weiterer Faktor sei, dass das Land durch den riesigen Schwarm, der SchĂ€tzungen zufolge bis Juni um ein Vielfaches wachsen wird, vor allem fĂŒr Kinder kaum mehr betretbar sein wird. Die Heuschrecken bedecken hĂ€ufig den kompletten Boden und verdunkeln den Himmel, was weiteren Stress bedeutet. Dank der optimalen Brutbedingungen, könnten bei weiterer Ausbreitung könnten im Laufe der Zeit immer mehr LĂ€nder betroffen sein. Darunter fielen Staaten, die durch KriegszustĂ€nde schon jetzt ein extremes Hungerproblem besĂ€ĂŸen, wie der Sudan. Dort leiden im Moment 5,8 Millionen Menschen an Hunger. Besonders schlimm wĂŒrde das Ausmaß der Plage ausfallen, wenn sie in der Erntezeit eintrifft, was laut SchĂ€tzungen in einigen betroffenen LĂ€ndern der Fall sein wird. Eine Heuschreckenplage gefĂ€hrde also die gesamte Infrastruktur der Region und kann frĂŒher oder spĂ€ter in einer Katastrophe mĂŒnden, die viele Menschenleben kosten wird. Ayele Sebaro betonte deutlich, dass Hilfe fĂŒr die betroffenen Gebiete dringend nötig sei.

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