MilitÀrexperte, Masala

MilitĂ€rexperte Masala fĂŒrchtet russischen Angriff auf Baltikum

27.10.2023 - 01:27:16

Nach Ansicht des MilitĂ€rexperten Carlo Masala wĂŒrde ein militĂ€rischer Erfolg Russlands in der Ukraine die Bedrohung fĂŒr das Baltikum erhöhen.

"Sollte sich Russland in der Ukraine durchsetzen und 17 bis 18 Prozent des ukrainischen Staatsterritoriums dauerhaft besetzt halten: Dann halte ich es fĂŒr nicht unwahrscheinlich, dass es auf lĂ€ngere Sicht den russischen Versuch geben wird, einen oder mehrere baltische Staaten konventionell anzugreifen", sagte Masala den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die Lehre, die Russland gezogen hat, ist, dass kein Land massiv gegen einen Nuklearwaffenstaat vorgehen will. Moskau könnte sich die Frage stellen, ob die Nato bereit wĂ€re, gegebenenfalls eine nukleare Eskalation zu riskieren, wenn Russland konventionell ein relativ kleines Territorium - auch wenn es ein Nato-Mitgliedsstaat ist - angreift?" Auf die Frage, ob er einen Angriff Russlands auf Deutschland fĂŒr möglich halte, antwortete Masala: "Nein, das halte ich momentan fĂŒr relativ unwahrscheinlich."

Die russische Logik sehe so aus: "Wenn sich Russland nur auf die baltischen Staaten begrenzen und kein weiteres Nato-Mitgliedsland angreifen wĂŒrde, dann könnte man darauf bauen, dass vielleicht doch nicht andere Nato-Staaten zur Verteidigung des Baltikums herbeieilen werden." Allerdings hĂ€tte eine russische MilitĂ€rattacke im Baltikum Konsequenzen, so Masala: Die Bundeswehr werde demnĂ€chst 5.000 KrĂ€fte in Litauen stationiert haben - das grĂ¶ĂŸte konventionelle Kontingent von allen Nato-MitgliedslĂ€ndern in den baltischen Staaten. "Die Bundeswehr wĂ€re bei einem militĂ€rischen Angriff Russlands auf Litauen massiv involviert." Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, AndrĂ© WĂŒstner, hatte zuvor in den Funke-BlĂ€ttern vor der Gefahr eines russischen Angriffs gewarnt und die unzureichende Ausstattung der deutschen StreitkrĂ€fte kritisiert. "Ich halte es fĂŒr gut möglich, dass Putin ĂŒber kurz oder lang sogar eine rĂ€umlich begrenzte konventionelle Auseinandersetzung - einen Krieg - mit einem BĂŒndnispartner, und damit mit uns, fĂŒhrt. Ich frage: Wie sind wir darauf vorbereitet? Ich fĂŒrchte: Schlecht", so WĂŒstner. Der MilitĂ€rexperte Christian Mölling von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik (DGAP) rĂŒgte die Umsetzung der von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekĂŒndigte "Zeitenwende": Die Bundeswehr sei noch lange nicht da, wo sie sein mĂŒsste, sagte Mölling den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir sind noch nicht auf der neuen Planungsgrundlage: Was bedeutet es, Russland abzuschrecken? Die Bedrohung durch Russland wird in einigen Jahren real werden. Abschreckung Russlands bedeutet in erster Linie Masse: Wir brauchen viel mehr von dem MilitĂ€rgerĂ€t, was wir bereits haben."

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