BundesprÀsident, AfD-Verbotsantrag

BundesprÀsident rÀt bei AfD-Verbotsantrag zu sorgsamer AbwÀgung

02.07.2025 - 19:12:23

Nach der vom SPD-Parteitag beschlossenen Forderung, ein AfD-Verbotsverfahren vorzubereiten, hat BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier zu einer sorgfÀltigen AbwÀgung gemahnt.

"Das Bundesverfassungsgericht hat die HĂŒrden sehr hoch gelegt. Ob ein solcher Antrag gestellt wird, sollte deshalb sorgsam abgewogen werden", sagte das Staatsoberhaupt der "MĂ€rkischen Allgemeinen Zeitung" (MAZ), die zum "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben) gehört. Steinmeier forderte verstĂ€rkten Anstrengungen der demokratischen Parteien, um verlorengegangenes Vertrauen zurĂŒckzugewinnen.

"Vertrauen kriegt man nur wiederhergestellt, wenn Politik mit den Erwartungen der Menschen klug umgeht. Das heißt nicht unbedingt, dass jede Erwartung erfĂŒllt werden kann", sagte er. "Wir mĂŒssen uns stĂ€rker anstrengen, deutlich zu machen, dass Demokratie auch heißt, nach Kompromissen zu suchen und diese so anzulegen, dass sich möglichst viele Interessen darin wiederfinden." Parteien, die "nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer AnhĂ€nger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeintrĂ€chtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefĂ€hrden", sind nach Artikel 21 des Grundgesetzes verfassungswidrig. Die frĂŒhere Richterin am Bundesverfassungsgericht, Gabriele Britz, hatte zuletzt erklĂ€rt, dass unter bestimmten Bedingungen ein Verbotsantrag nötig ist. "Wenn wirklich sicher ist, dass die Voraussetzungen fĂŒr ein Verbot vorliegen, und wenn man außerdem es eine Weile auf politischem Wege versucht hat und die Probleme nicht in den Griff bekommen hat - ich denke, dann muss irgendwann der Antrag gestellt werden", sagte die ehemalige Verfassungsrichterin dem Podcast "Ist das gerecht?" der "SĂŒddeutschen Zeitung".

@ dts-nachrichtenagentur.de