Umweltschutz

Klimaforscher Edenhofer hĂ€lt Negativemissionen fĂŒr nötig

Veröffentlicht am: 30.09.2025 um 19:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Ottmar Edenhofer, Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts fĂŒr Klimafolgenforschung (PIK), hĂ€lt es fĂŒr nötig, Treibhausgase aus der AtmosphĂ€re zu entfernen und zu speichern.

Moorlandschaft (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Moorlandschaft (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die 1,5-Grad-Grenze wird global gesehen ĂŒberschritten werden. Es gibt nach meiner EinschĂ€tzung ĂŒberhaupt keinen Zweifel daran, dass das passieren wird", sagte er dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Allerdings bestehe die Chance, "die Temperaturkurve wieder zurĂŒckzubiegen", indem man der AtmosphĂ€re in großem Stil Emissionen entziehe.

"Wir mĂŒssen Emissionen drastisch reduzieren. Aber neben der Vermeidung von CO2-Emissionen und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels werden Negativemissionen zur dritten und zentralen SĂ€ule einer kohĂ€renten Klimaschutzpolitik", sagte der PIK-Direktor. "Wir mĂŒssen jetzt die Weichen dafĂŒr stellen, Negativemissionen möglich zu machen - technologisch und regulatorisch, damit in den kommenden Jahren investiert wird", so Edenhofer. Treibhausgase können der AtmosphĂ€re beispielsweise durch Wiederaufforstung und die WiedervernĂ€ssung von Mooren entzogen werden. Hinzu kommt die bislang nur sehr begrenzt verfĂŒgbare Technologie "Carbon Capture and Storage" (CCS). Edenhofer will der Industrie bei der Zuteilung kostenloser Emissionszertifikate entgegenkommen. Es erscheine ihm sinnvoll, "fĂŒr manche Sektoren, die kurzfristig besonders unter Druck stehen, die kostenlose Zuteilung noch etwas lĂ€nger laufen zu lassen", sagte Edenhofer. "Wir sollten da pragmatisch und flexibel sein." Nach Überzeugung des Wissenschaftlers wird die klimaschĂ€dliche Kohlenutzung auch in den kommenden Jahren weltweit unvermindert weitergehen. "Wir erleben eine Renaissance der Kohle. Ein Ende dieser Renaissance ist nicht absehbar", sagte Edenhofer. "Die reichen LĂ€nder wĂŒrden davon profitieren, wenn sie sich zusammentĂ€ten und anderen LĂ€ndern den Kohleausstieg finanzieren wĂŒrden."

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