Pellmann, Merz

Pellmann: Merz sollte Selenskyj zu Papst-Angebot raten

Veröffentlicht am: 27.05.2025 um 21:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Sören Pellmann, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfohlen, beim morgigen Treffen mit dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Friedensverhandlungen zu drÀngen.

Friedrich Merz am 26.05.2025 - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Friedrich Merz am 26.05.2025 - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Dem Nachrichtensender "Welt" sagte Pellmann: "Ich glaube, er sollte ihm zum Beispiel empfehlen, was jetzt Papst Leo angekĂŒndigt hat: Dass man sich zusammensetzt, auch unter Vermittlung der katholischen Kirche oder anderer Staaten, diese GesprĂ€che anzunehmen und nicht gleich per se abzulehnen." Ohne solche sofortigen Verhandlungen wĂŒrde der Krieg noch lĂ€nger dauern und es werde "unheimlich viel mehr Leid und unheimlich viel mehr Tote geben", so Pellmann weiter. Den Ansatz von Merz, durch die Aufgabe von Reichweitenbegrenzungen fĂŒr westliche Waffen den militĂ€rischen Druck auf Russland zu erhöhen, hĂ€lt Pellmann fĂŒr falsch. Dass durch ein Fortbestehen des Reichweiten-Limits vor allem russische MilitĂ€rbasen vor ukrainischer Gegenwehr geschĂŒtzt wĂŒrden, lĂ€sst Pellmann als Argument nicht gelten: "Es geht gar nicht darum, dass das russische MilitĂ€r geschĂŒtzt wird, sondern dass deutsche Waffen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf russisches Territorium abgefeuert werden können. Schon aus einer historischen Verantwortung heraus ist das nicht nur schwierig, sondern auch sehr problematisch - und es wird zu einer weiteren Eskalation fĂŒhren. Die Gewaltspirale wird weiter angekurbelt und wir entfernen uns damit immer weiter von Diplomatie und Verhandlungen." Wie genau der russische PrĂ€sident Wladimir Putin reagieren werde, sei unklar.

"Er ist ja auch nicht mehr berechenbar und nicht wirklich Herr seiner Sinne, was mögliche Reaktionen betrifft", so Pellmann. "Ich will gar nicht in irgendwelchen Horrorszenarien mich ausleben, aber Russland ist eine Atommacht. Bisher hat das keine Rolle gespielt, zum GlĂŒck." Von Angst dĂŒrfe man sich bei der Suche nach Lösungen aber dennoch nicht leiten lassen, so Pellmann.

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