Tucker, Carlson

Tucker Carlson veröffentlicht Interview mit Putin

09.02.2024 - 02:14:38

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat in seinem Fernsehinterview mit US-Moderator Tucker Carlson den Angriff auf die Ukraine erneut mit historischen AnsprĂŒchen und einer vermeintlichen Bedrohung durch den Westen begrĂŒndet.

Gleich zu Beginn des zweistĂŒndigen Interviews ergoss sich der russische PrĂ€sident in eine lĂ€ngere geschichtliche Abhandlung, die gewisse Ähnlichkeiten mit seiner Fernsehansprache wenige Tage vor dem Angriff auf die Ukraine vor zwei Jahren hatte. Selbst Carlson, der ansonsten betont devot Fragen stellte, zeigte sich nach einer Weile davon genervt. Deutschland, die USA und andere LĂ€nder hĂ€tten ihr Versprechen gebrochen, die Ukraine nicht in die Nato aufzunehmen, so der PrĂ€sident. "Wir möchten niemanden angreifen", sagte Putin, er wolle nur das russische Volk verteidigen.

Russland werde weitere LĂ€nder wie Polen oder Lettland nicht attackieren und unter keinen UmstĂ€nden Soldaten dorthin schicken - außer wenn das Land von dort aus angegriffen werde. Dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj warf Putin erneut vor, Neonazis zu unterstĂŒtzen. Und erneut zeigte er sich bereit, den Krieg auf dem Verhandlungsweg zu beenden. Russland habe bereits ein Dokument fĂŒr die zurĂŒckliegenden Verhandlungen mit der Ukraine in Istanbul vorbereitet, dieses sei jedoch abgelehnt worden. Die Ukraine hat in der Vergangenheit immer wieder einen vollstĂ€ndigen RĂŒckzug russischer Truppen gefordert, und will mittlerweile auch die Krim zurĂŒck Das Verhalten Deutschlands im Bezug auf die Nord-Stream-Pipelines und die gekappte Gasversorgung bezeichnete Putin als logisch nicht nachvollziehbar. Die Bundesregierung sei mehr von anderen westlichen LĂ€ndern getrieben als von den eigenen Interessen. Das Interview wurde nach Angaben von Carlson bereit am 6. Februar im Moskauer Kreml aufgezeichnet. Es ist das erste TV-Interview, das Putin seit Kriegsbeginn einem westlichen Journalisten gegeben hat. Carlson war jahrelang Moderator beim US-Nachrichtensender "Fox News" und dort unter anderem fĂŒr nahezu bedingungslose UnterstĂŒtzung von Donald Trump und manchmal auch fĂŒr die Verbreitung von Verschwörungstheorien bekannt. Seit seinem Rauswurf bei "Fox News" veröffentlicht Carlson regelmĂ€ĂŸig BeitrĂ€ge im Internet. Das Putin-Interview generierte in der Nacht auf Freitag allein auf Twitter in der ersten Stunde der Veröffentlichung ĂŒber zehn Millionen Abrufe.

@ dts-nachrichtenagentur.de