Afghanistan, MilitÀr

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Elite-Soldaten

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 05:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen fĂŒnf Bundeswehrsoldaten, die unter dem Verdacht stehen, wĂ€hrend der Evakuierungsmission in Afghanistan am Flughafen in Kabul DiebstĂ€hle begangen zu haben.Ein Sprecher der Behörde, die fĂŒr Soldaten im Auslandseinsatz zustĂ€ndig ist, sagte der "Bild am Sonntag", es gehe um einen "Anfangsverdacht" gegen insgesamt fĂŒnf Bundeswehrangehörige, welche dem Einsatzkontingent angehörten.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Elite-Soldaten
Soldat der Bundeswehr (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Der Vorwurf: Die Beschuldigten sollen sich "wÀhrend der Evakuierungen Waren aus LÀden am Flughafen Kabul rechtswidrig angeeignet haben".

Noch dauern die Ermittlungen an. Wann und mit welchem Ergebnis das Verfahren abgeschlossen werde, lasse sich "nicht genau prognostizieren", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, der auf die in jedem Ermittlungsverfahren geltende Unschuldsvermutung verwies.

Laut Bericht der "Bild am Sonntag", die sich auf "Bundeswehrkreise" bezieht, sollen die Soldaten dem FallschirmjĂ€gerregiment 31 der Luftlandebrigade 1 angehören. Die ElitekĂ€mpfer sollen, so der Vorwurf, ihre DiebstĂ€hle im militĂ€rischen Teil des Flughafens, in von Afghanen betriebenen LĂ€den begangen haben. Dort gab es Shops, die unter anderem militĂ€rische AusrĂŒstung verkauften.

Die bewaffneten Soldaten sollen sich T-Shirts und Patches (Stoffabzeichen fĂŒr die Uniform) angeeignet haben. Auch von Messern ist in Bundeswehrkreisen die Rede. Die Ermittlungen gegen die fĂŒnf Soldaten begannen bereits im vergangenen Jahr, als gegen das FallschirmjĂ€gerregiment 26 ermittelt wurde. In den Bundeswehr-internen Befragungen berichteten Soldaten von den VorfĂ€llen in Kabul.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte: "Die Wehrdisziplinaranwaltschaft hat nach Kenntnis eines möglichen Straftatbestands unverzĂŒglich die Staatsanwaltschaft Kempten informiert und an diese abgegeben." Die Staatsanwaltschaft schaltete ĂŒber die Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen den Generalbundesanwalt ein, um das Vorliegen von PlĂŒnderungen zu untersuchen.

Die Sprecherin des Generalbundesanwalts teilte mit: "Der Sachverhalt wurde der Bundesanwaltschaft zur PrĂŒfung möglicher VerstĂ¶ĂŸe gegen das Völkerstrafgesetzbuch vorgelegt. Die hiesigen Ermittlungen haben einen solchen Verdacht ausgerĂ€umt."

Das Bundesverteidigungsministerium bestĂ€tigte, dass "im Zuge der Ermittlungen auch Bildmaterial ausgewertet wurde". Es wurden jedoch "keine Handlungen identifiziert, die den Tatbestand der PlĂŒnderung erfĂŒllen". Die Ermittlungen liegen nun wieder in Kempten.

Laut Bericht der "Bild am Sonntag" könnte der Straftatbestand Diebstahl mit Waffen (Paragraf 244 Strafgesetzbuch) vorliegen, da die Soldaten bei dem Einsatz am Flughafen bewaffnet waren. Der Vorgang wird im Ministerium und dem Heer sorgfĂ€ltig beobachtet. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, wurden ĂŒber das Ermittlungsverfahren informiert.

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