Teilzeitquote bei Lehrern auf höchstem Stand seit zehn Jahren
11.01.2024 - 09:57:36Im Vergleich zu anderen abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten ist die Teilzeitquote bei LehrkrĂ€ften mit 42,3 % ĂŒberdurchschnittlich hoch. So arbeiteten im Jahr 2022 ĂŒber alle Wirtschaftsbereiche hinweg 30,2 % der abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten in Teilzeit. Ein Grund fĂŒr die höhere Teilzeitquote von Lehrerinnen und Lehrern ist der vergleichsweise hohe Frauenanteil: WĂ€hrend Frauen im Schuljahr 2022/2023 fast drei Viertel (73,1 %) des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen ausmachten, lag der Frauenanteil bei den abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten aller Wirtschaftsbereiche im Jahr 2022 bei 48,0 %. Im Hinblick auf den Anteil der TeilzeitkrĂ€fte unter den Lehrerinnen und Lehrern zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern: WĂ€hrend in Hamburg (54,4 %) und Bremen (49,9 %) im Schuljahr 2022/2023 rund die HĂ€lfte des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen einer TeilzeitbeschĂ€ftigung nachging, traf dies nur auf fast jede vierte Lehrkraft in ThĂŒringen (24,1 %) sowie gute jede fĂŒnfte (21,4 %) in Sachsen-Anhalt zu. Wichtig zur EinschĂ€tzung des kĂŒnftigen Bedarfs an neuen LehrkrĂ€ften ist die Altersstruktur innerhalb der Berufsgruppe. Gut ein Viertel (25,6 %) der LehrkrĂ€fte im Schuljahr 2022/2023 war zwischen 50 und 59 Jahre alt, 10,6 % waren 60 Jahre und Ă€lter. Mehr als jede dritte Lehrkraft (36,2 %) war demnach 50 Jahre und Ă€lter. DemgegenĂŒber fĂ€llt der Anteil der jĂŒngeren Berufseinsteigerinnen und -einsteiger geringer aus: Die unter 35-JĂ€hrigen machten 21,1 % des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen aus. Auch hinsichtlich der Altersstruktur bestehen groĂe Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern: In Sachsen-Anhalt waren 57,1 % der LehrkrĂ€fte 50 Jahre alt und Ă€lter, in ThĂŒringen 53,5 %. Am niedrigsten war dieser Anteil im Saarland (28,2 %) und in Bremen (30,4 %), so das Statistische Bundesamt. Der Weg zum Beruf der Lehrerin und des Lehrers fĂŒhrt in der Regel ĂŒber ein Lehramtsstudium. Die Zahl der StudienanfĂ€ngerinnen und -anfĂ€nger (1. Fachsemester), die ein Lehramtsstudium im Bachelor- oder Staatsexamensstudium beginnen, ist im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge gesunken. Im Studienjahr 2022 begannen knapp 45 400 Personen ein Lehramtsstudium (1. Fachsemester Bachelor oder Staatsexamen) ? das waren 3,2 % weniger als im Vorjahr und 7,0 % weniger als zehn Jahre zuvor. Die Zahl der Lehramtsabsolventinnen und -absolventen mit Master- oder Staatsexamensabschluss war ebenfalls rĂŒcklĂ€ufig: Im PrĂŒfungsjahr 2022 haben rund 28.700 Lehramtsstudierende entsprechende AbschlussprĂŒfungen bestanden. Das waren zwar nur 0,7 % weniger Absolventinnen und Absolventen eines Lehramtsstudiums mit einem Masterabschluss oder dem 1. Staatsexamen als im Jahr zuvor (rund 28.900). Im Zehnjahresvergleich sank die entsprechende Zahl allerdings um 10,5 %, so die Statistiker aus Wiesbaden.


