VerbÀnde, Zeitplan

VerbĂ€nde: Zeitplan fĂŒr Ganztags-Garantie an Grundschulen in Gefahr

05.06.2025 - 11:39:46

VerbĂ€nde haben Zweifel, dass der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung fĂŒr GrundschĂŒler einzuhalten sein wird.

Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen zunĂ€chst alle ErstklĂ€ssler in Deutschland eine Betreuungsgarantie an der Grundschule, im Hort oder in einer anderen Einrichtung erhalten. Bis 2030 steigt der Anspruch gestaffelt fĂŒr alle GrundschĂŒler bis zur 4. Klasse an. "Aus Sicht des Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebundes wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung weder mit dem Beginn der schrittweisen EinfĂŒhrung im Jahr 2026 noch im Jahr 2030 flĂ€chendeckend umzusetzen sein", sagte dessen HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer AndrĂ© Berghegger der "Bild". GrundsĂ€tzlich sei das Ziel einer Ganztagsbetreuung richtig und werde von den Kommunen auch geteilt. "Aber ein Rechtsanspruch, der nicht flĂ€chendeckend umsetzbar ist, fĂŒhrt nur zu Unmut bei den betroffenen Eltern, der nicht selten in den Kommunen landet", befĂŒrchtet Berghegger.

Eine zeitliche Flexibilisierung bis hin zu einer Verschiebung des Rechtsanspruchs sei daher "ein realistischer und richtiger Ansatz". Der zweite Bericht der Bundesregierung zur Betreuung und Bildung von GrundschĂŒlern sieht einen Bedarf von mindestens 271.000 zusĂ€tzlichen BetreuungsplĂ€tzen im kommenden Jahr, von bis zu 481.000 neuen PlĂ€tzen bis 2030. Der StĂ€dte- und Gemeindebund rechnet sogar mit einem Zusatzbedarf von 600.000 PlĂ€tzen. Gerhard Brand, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), rechnet mit verĂ€rgerten Eltern, die ihren Frust bei den LehrkrĂ€ften abladen, wenn sie keinen Ganztagsplatz fĂŒr ihr Kind bekommen. "Diese möglichen Aggressionen von Schule abzuhalten, ist Aufgabe der Politik. Mit einem Rechtsanspruch, der tatsĂ€chlich eingelöst werden kann", sagte Brand der "Bild". Das grĂ¶ĂŸte Problem beim Ganztagsausbau sind PersonalengpĂ€sse. "Wir beobachten, dass Kommunen, um dem Rechtsanspruch gerecht werden zu können, auf Vereine, Zivilgesellschaft, Kirchen und weitere Organisationen zugehen, um Personal zu entsenden", kritisiert Brand. "Wenn die Kinder bereits an der Schule sind, ist es sinnvoll, nicht nur eine Beaufsichtigung zu gewĂ€hrleisten, sondern gezielt pĂ€dagogische Anreize zu setzen, die sie auch in ihrem Lernen voranbringen." Eine andere Herausforderung sei der Platzmangel in den Schulen. "WĂ€hrend die östlichen LĂ€nder die Kriterien lĂ€ngst erfĂŒllen und zum Beispiel ihren Schulbau seit Jahrzehnten darauf ausrichten, mangelt es in anderen BundeslĂ€ndern schlicht an RĂ€umen, die nicht schnell genug gebaut werden können."

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