Verbraucherzentrale fordert mehr Regulierung fĂŒr FernwĂ€rme
12.06.2023 - 02:02:41"FernwĂ€rme kann ein wichtiger Baustein fĂŒr die Dekarbonisierung der WĂ€rmeversorgung sein", sagte Pop den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben). "Aber wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen."
WĂ€rmenetze seien ein Markt, "wo die Anbieter praktisch unregulierte Monopole haben", erklĂ€rte sie. Verbraucher könnten nicht zwischen Anbietern wĂ€hlen, es gebe also keinen Wettbewerb. Und VertrĂ€ge mit 10 Jahren Laufzeit seien ĂŒblich. Weil man aber nicht ĂŒber diese ganze Laufzeit den Preis festsetzen könne, wĂŒrden die Preise ĂŒber bestimmte Klauseln automatisch angepasst. FĂŒr die Kunden seien diese Preiserhöhungen "völlig intransparent", sagte Pop. Selbst die Experten in den Verbraucherzentralen hĂ€tten mitunter MĂŒhe, das nachvollziehen. Nach Ansicht der VerbraucherschĂŒtzerin braucht es deshalb eine Institution, die den Markt beobachtet und bei ĂŒberhöhten Preisen in einem Netz einschreiten kann. "Eine bundeseinheitliche Preisaufsicht könnte zum Beispiel bei der Bundesnetzagentur angesiedelt sein oder beim Bundeskartellamt", sagte sie. "Da gibt es groĂen Nachholbedarf." FĂŒr den Netzausbau mĂŒsse Akzeptanz geschaffen werden, sagte Pop den Funke-Zeitungen. "Und wenn der Eindruck vorherrscht, dass man bei FernwĂ€rme keinen Durchblick hat und gar ĂŒbervorteilt wird, dann wird das nicht funktionieren." Es mĂŒsse klar sein, wie sich Preise zusammensetzen. Und um Mieter zu schĂŒtzen, mĂŒsse auĂerdem sichergestellt werden, dass die Investitionskosten in erneuerbare WĂ€rmeerzeugung fair verteilt werden. FernwĂ€rme soll nach dem Willen der Bundesregierung eine wichtige Rolle spielen bei der Dekarbonisierung der WĂ€rmeversorgung. Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) und Bauministerin Klara Geywitz (SPD) haben deshalb fĂŒr Montag zum "FernwĂ€rme-Gipfel" eingeladen.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


