Bevölkerung Deutschlands 2025 leicht gesunken
16.06.2026 - 08:06:09 | dts-nachrichtenagentur.de
Seit 2011 war die Bevölkerung mit Ausnahme des Jahres 2020 kontinuierlich gewachsen. Die Entwicklung im Jahr 2020 war dabei im Zusammenhang mit der verminderten Zuwanderung wÀhrend der Corona-Pandemie zu sehen. Bereits im Jahr 2024 war die Bevölkerungszunahme mit +0,1 Prozent geringer als in den Vorjahren ausgefallen. Im Jahr 2025 sank die Bevölkerungszahl nun erstmals seit 2020 wieder.
Diese Entwicklung ergibt sich zum einen aus den Geburten und SterbefĂ€llen und zum anderen aus den Wanderungsbewegungen. Der Ăberschuss der SterbefĂ€lle ĂŒber die Geburten lag 2025 mit +352.000 etwas höher als im Vorjahr (+331.000). Gleichzeitig ging der Wanderungssaldo, also die Differenz zwischen den Zu- und FortzĂŒgen ĂŒber die Grenzen Deutschlands, von +430.000 im Vorjahr auf +235.000 im Jahr 2025 deutlich zurĂŒck. Somit konnte die Nettozuwanderung das Geburtendefizit nicht ausgleichen.
Der BevölkerungsrĂŒckgang fiel in den östlichen BundeslĂ€ndern mit -0,5 Prozent (-57.000 Personen) prozentual stĂ€rker aus als in den westdeutschen BundeslĂ€ndern mit -0,1 Prozent (-68.000 Personen). Einen Bevölkerungszuwachs hatten nur die drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg (jeweils +0,4 Prozent) und Bremen (+0,3 Prozent) zu verzeichnen. In den FlĂ€chenlĂ€ndern ging die Bevölkerungszahl hingegen zurĂŒck oder blieb annĂ€hernd stabil. Am stĂ€rksten waren ThĂŒringen (-1,0 Prozent), Sachsen-Anhalt (-0,7 Prozent) und das Saarland (-0,5 Prozent) vom BevölkerungsrĂŒckgang betroffen.
Die Entwicklung der Bevölkerung fĂ€llt nach Altersgruppen unterschiedlich aus. So nahm als einzige Altersgruppe die Zahl der 60- bis 79-JĂ€hrigen um 2,8 Prozent (+358.000) zu. Diese Altersgruppe war bereits in den Vorjahren gewachsen. Dies steht im Zusammenhang mit den geburtenstarken JahrgĂ€ngen (Babyboomer), die sukzessive in diese Altersgruppe hineinwachsen. Die Zahl der Personen ab 80 Jahre ging dagegen um 2,5 Prozent (-151.000) zurĂŒck (-2,5 Prozent). Hintergrund ist, dass die geburtenschwachen JahrgĂ€nge um das Ende des Zweiten Weltkrieges dieses Alter erreichen. Einen leichten RĂŒckgang hatte auch die Zahl der Kinder und Teenager unter 20 Jahren (-0,6 Prozent bzw. -88.000) sowie der Erwachsenen im Alter von 20 bis 59 Jahren (-1,0 Prozent bzw. -409.000) zu verzeichnen.
Diese unterschiedlichen Entwicklungen der Altersgruppen wirken sich auf die Altersstruktur aus. Die Zahl der Ă€lteren Menschen ab 60 Jahre stieg 2025 um 387.000 und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 31 Prozent. Die Altersstruktur unterscheidet sich dabei stark zwischen der deutschen und der auslĂ€ndischen Bevölkerung. So fiel der Anteil der ab 60-JĂ€hrigen in der auslĂ€ndischen Bevölkerung mit 13,4 Prozent deutlich niedriger aus als in der deutschen Bevölkerung (34,1 Prozent). DafĂŒr war der Anteil der nichtdeutschen Erwachsenen im Alter von 20 bis 59 Jahren entsprechend höher (67,6 Prozent) als bei der deutschen Bevölkerung (47,4 Prozent).
Die auslÀndische Bevölkerung wuchs im Jahr 2025 um 39.000 Personen (+0,3 Prozent) und lag zum Jahresende bei 12,4 Millionen Menschen. Somit liegt der Zuwachs sowohl relativ als auch absolut gesehen deutlich unter den ZuwÀchsen der letzten 15 Jahre. Im Vorjahr hatte die auslÀndische Bevölkerung noch um 283.000 Personen zugenommen (+2,3 Prozent). Am stÀrksten war die auslÀndische Bevölkerung in den Jahren 2015 (+1,1 Millionen Personen) und 2022 (+1,4 Millionen Personen) im Zusammenhang mit den Fluchtbewegungen gewachsen.
Der AuslÀnderanteil fÀllt je nach Altersgruppe unterschiedlich aus: Am höchsten ist der AuslÀnderanteil in der Altersgruppe der 20- bis 59-JÀhrigen mit 20,0 Prozent, am niedrigsten bei den ab 60-JÀhrigen mit 6,5 Prozent. Bei den Kindern und Teenagern unter 20 Jahren liegt der AuslÀnderanteil bei 15,2 Prozent.
Die gröĂten auslĂ€ndischen Gruppen bilden wie in den vergangenen Jahren TĂŒrken (1.385.000), gefolgt von Staatsangehörigen aus der Ukraine (1.167.000), Syrien (856.000), RumĂ€nien (763.000) und Polen (700.000).
