Basketballer, Bundestrainer-DebĂŒt

Basketballer verlieren beim Bundestrainer-DebĂŒt in Schweden

22.11.2024 - 20:39:18

David KrĂ€mer zeigt eine Galavorstellung. Die deutschen Basketballer liefern sich in Schweden ein enges Spiel beim DebĂŒt des neuen Cheftrainers Álex MumbrĂș. FĂŒr einen Sieg reicht es nicht.

Basketball-Weltmeister Deutschland hat beim DebĂŒt von Bundestrainer Álex MumbrĂș eine Niederlage hinnehmen mĂŒssen. Beim am Ende dramatischen 72:73 (37:37) in Schweden reichte auch eine ĂŒberragende Vorstellung von David KrĂ€mer, der 43 Punkte beisteuerte, nicht zum Sieg. Die deutsche Auswahl musste beim EM-Qualifikationsspiel in Stockholm auf alle NBA-Profis sowie die Spieler aus der Euroleague verzichten, da diese parallel in ihren Club-Teams gefordert sind.

Neben KrÀmer zeigte sich auch Dylan Osetkowski (17) beim unterlegenen Favoriten in guter Form. KrÀmer vom spanischen Club CB 1939 Canarias gelang die zweitbeste Offensivvorstellung in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Nur Dirk Nowitzki war mit 47 ZÀhlern in einer Begegnung in der Vergangenheit in einem Spiel schon mal erfolgreicher.

«Schöner wĂ€re es, wenn wir gewonnen hĂ€tten. Ich versuche, jedes Spiel mein Bestes zu machen», sagte KrĂ€mer bei Magentasport: «Uns hat am Ende die Energie gefehlt. Das war eine harte Niederlage.» MumbrĂș ergĂ€nzte: «Ich wollte natĂŒrlich gewinnen. Wir haben ein Viertel lang gut gespielt, aber wir haben am Ende keine guten Entscheidungen getroffen.»

Bereits am Montag steht in Heidelberg das RĂŒckspiel an, in dem die Deutschen schon unter Druck stehen. Die besten drei Teams der Vierer-Gruppe qualifizieren sich fĂŒr die Europameisterschaft 2025 in Finnland, Polen, Zypern und Lettland. MumbrĂș hat die Nachfolge von Erfolgscoach Gordon Herbert angetreten, der zum deutschen Meister Bayern MĂŒnchen gewechselt ist.

KrÀmer nicht aufzuhalten

Vor den Augen von Schwedens Kronprinzessin Victoria im Publikum glĂ€nzte nur Weltmeister KrĂ€mer im ersten Viertel. Der 27-JĂ€hrige markierte 16 der ersten 18 deutschen Punkte und war von den Gastgebern nicht zu stoppen. Noch im ersten Abschnitt gab Center Tibor Pleiß nach mehr als acht Jahren sein Comeback im Nationaltrikot. Der 35-JĂ€hrige hatte einst schon an der Seite von Dirk Nowitzki gespielt, nun gab ihm MumbrĂș nach langer Abstinenz die Chance, sich erneut fĂŒr Deutschland zu beweisen.

Leicht wurde es bei der RĂŒckkehr nicht, denn die eingespielten Schweden erwischten den besseren Start. Ohne die NBA-Stars um Dennis Schröder und Franz Wagner mussten viele Neulinge ran, Pleiß war mit seinen 105 LĂ€nderspielen vor Anwurf der mit Abstand erfahrenste Akteur. 26:18 fĂŒhrten die Skandinavier zur ersten Viertelpause und lagen kurz darauf dank guter Offensive erstmals mit zehn ZĂ€hlern vorn. Nur KrĂ€mer wusste zu ĂŒberzeugen, seine Teamkollegen konnten zu lange auch beste Chancen nicht fĂŒr Punkte nutzen.

Großes Ziel ist die EM mit allen Stars

Im ersten Pflichtspiel fĂŒr Deutschland nach Rang vier bei Olympia in Paris reichte eine Leistungssteigerung aber noch zum Ausgleich zur Halbzeit. Am Spielfeldrand verfolgte MumbrĂș das Geschehen akribisch. Der 45-JĂ€hrige hat als Spieler fast alles gewonnen. Weltmeister 2006, Olympia-Silber 2008, Europameister 2009 - er gehörte zu jener goldenen Generation Spaniens, die jahrelang alles dominierte. Ein Umstand, der seine ĂŒberschaubare Erfahrung als Coach kompensieren soll. Zum Start liegt der Fokus auf der EM-Qualifikation, in der Deutschland vor dem Spiel in Schweden einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto hatte.

Trotzdem soll es zur EM im kommenden Jahr gehen. Dann will MumbrĂș erstmals mit dem besten Kader arbeiten. Nach den Spielen gegen Schweden wird er in Vorbereitung darauf in die USA reisen, um mit den deutschen NBA-Profis zu sprechen. Noch ohne die Stars mangelte es wenig ĂŒberraschend am Zusammenspiel des frisch zusammengestellten Teams. Gerade vier deutsche Spieler kamen bis Ende des dritten Viertels zu Punkten, trotzdem fĂŒhrten die GĂ€ste vor dem Schlussabschnitt 56:55. Bis zum Ende blieb es dramatisch - mit dem besseren Ende fĂŒr Schweden.

@ dpa.de