Deutschland verliert 1:3 gegen Lettland beim Deutschland Cup
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 20:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDeutschlands Turnierplan nach dem zweiten Spiel
- Die deutsche Auswahl trat am Samstag in Düsseldorf vor 8.107 Zuschauern gegen Lettland an.
- Nikolaus Heigl erzielte in der 29. Minute den einzigen deutschen Treffer.
- Deutschland benötigt im letzten Spiel gegen die Slowakei und zusätzlich österreichische Schützenhilfe.
Deutschland verliert gegen Lettland in Düsseldorf
Die deutschen Eishockey-Männer können den Deutschland Cup beim Bundestrainer-Debüt von André Rankel nur noch mit Schützenhilfe gewinnen. Am Samstag verlor die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes ihr zweites Spiel beim Heimturnier in Düsseldorf mit 1:3 (0:0, 1:2, 0:1) gegen Lettland.
Heigl trifft für Deutschland
Vor 8.107 Zuschauern erzielte Nikolaus Heigl von den Nürnberg Ice Tigers in der 29. Minute das einzige deutsche Tor. Für Lettland trafen Bruno Osmanis in der 21., Kristaps Skrastins in der 32. und Rodrigo Abols in der 59. Minute.
Die Letten können das Vier-Nationen-Turnier mit einem Erfolg gegen Österreich an diesem Sonntag gewinnen. Deutschland spielt zum Abschluss um 14.45 Uhr gegen die Slowakei.
Viele Schüsse, wenig Ertrag
Die deutsche Mannschaft war erneut überlegen und setzte den unter Rankel eingeschlagenen schnellen, geradlinigen Ansatz nach vorn um. Im Abschluss blieb die Auswahl jedoch zu unpräzise.
71 deutsche Schüsse standen zu Buche, nur 31 davon kamen auf das Tor. Besonders auffällig war eine vergebene Chance von Julian Napravnik, der im ersten Drittel das leere Tor nicht traf.
Lettland nutzt deutsche Fehler
Beim ersten lettischen Treffer war Torhüter Tobias Ancicka machtlos. Beim zweiten Gegentor sah der Augsburger weniger glücklich aus. Zwischenzeitlich hatte Heigl in deutscher Unterzahl den Ausgleich erzielt.
Im Schlussdrittel erhöhte Deutschland den Druck, blieb im Zusammenspiel aber häufig unglücklich. Rankel verzichtete bei seinem ersten großen Auftritt als Bundestrainer wegen der Belastung der DEL-Spitzenteams auf zahlreiche renommierte Kräfte; im Kader stehen viele international unerfahrene Spieler.
Russland-Debatte überschattet Heim-WM
Der 37. Deutschland Cup sollte auch für die Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland werben. Überschattet wird das Turnier jedoch von der Debatte über eine mögliche Teilnahme russischer Mannschaften.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte entschieden, russische Teams trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine wieder an Weltmeisterschaften teilnehmen zu lassen. Der Weltverband IIHF will auf diplomatischem Weg auf einen russischen Verzicht hinwirken.
Mehrere Nationen haben bereits angekündigt, nicht gegen Russland antreten zu wollen. Zudem drohen Sponsoren mit dem Rückzug. Der DEB fordert mit Blick auf Organisation und laufenden Kartenverkauf rasche Klarheit.
Die Niederlage gegen Lettland verändert die Ausgangslage beim Deutschland Cup deutlich. Nach dem Auftaktsieg gegen Österreich kann die deutsche Auswahl das Heimturnier nun nicht mehr aus eigener Kraft gewinnen. Für den Turniersieg muss Deutschland zunächst die Slowakei schlagen und zugleich auf einen Erfolg Österreichs gegen Lettland hoffen.
Sportlich prägte vor allem die Chancenverwertung den Auftritt. 71 deutsche Schüsse führten lediglich zu 31 Schüssen auf das Tor; die Letten nutzten ihre Möglichkeiten konsequenter. Für André Rankel bleibt die Partie dennoch ein wichtiger Test, weil er in seinem ersten Turnier als Bundestrainer auf mehrere etablierte Kräfte verzichtet und jüngeren sowie international weniger erfahrenen Spielern Verantwortung gibt.
Heim-WM rückt in den Hintergrund
Der Deutschland Cup sollte zugleich Aufmerksamkeit für die Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland erzeugen. Diese Vorbereitung wird von der Debatte über eine mögliche Rückkehr russischer Mannschaften überlagert. Nach dem CAS-Urteil prüft der Weltverband IIHF weitere Schritte und Gespräche mit den betroffenen Verbänden.
Für den Deutschen Eishockey-Bund geht es dabei nicht nur um sportliche Fragen. Boykottankündigungen anderer Nationen und mögliche Konsequenzen für Sponsoren berühren die praktische Durchführung, den Kartenverkauf und die Planung an den deutschen Spielorten. Die Bundesregierung will nach aktueller Einordnung Gespräche unterstützen; zugleich bleibt offen, wie der Weltverband die rechtlichen und politischen Konflikte bis zum Turnier lösen will.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Nach CAS-Urteil - Eishockey-WM in Deutschland mit Russland? Weltverband IIHF spielt auf Zeit“ (07.11.2026)
Der Beitrag ordnet ein, dass der IIHF nach dem CAS-Urteil Gespräche und weitere Optionen prüfen wolle. Anders als die Spielberichterstattung richtet sich der Schwerpunkt auf die rechtlichen Folgen, die mögliche Abgabe der WM durch den DEB und die Unterstützung der Bundesregierung.
FOCUS online: „Bundesregierung: Mit Russland ist eine Eishockey-WM 2027 in Deutschland unmöglich“ (07.11.2026)
Der Artikel berichtet, die Bundesregierung halte eine WM mit russischer Beteiligung wegen angekündigter Boykotte und möglicher Sponsorenausstiege für praktisch nicht durchführbar. Im Vergleich zum Deutschlandfunk betone er stärker die politische Position der Bundesregierung und den Plan, das Turnier ohne Russland in Deutschland zu halten. Offen bleibe der konkrete Weg zu einer endgültigen Entscheidung.
Beide Beiträge beschreiben den Streit nach dem CAS-Urteil als zentrale Belastung für die WM 2027. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Der Deutschlandfunk fokussiere auf das Vorgehen des IIHF, FOCUS online stärker auf die deutsche Regierungsposition.
