Eishockey-WM 2027, Russland im Eishockey

Eishockey-WM 2027: DEB hält an Deutschland als Gastgeber fest

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 14:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Deutsche Eishockey-Bund hält an der WM im Mai in Deutschland fest, braucht wegen des CAS-Urteils zur möglichen Rückkehr Russlands aber rasch Planungssicherheit. Betroffen sind auch Kartenverkauf, Spielplan und die mögliche Teilnahme der Ukraine.

WM-Planung steht unter Zeitdruck

  • DEB-Chef Frank Lutz will die Weltmeisterschaft im Mai trotz der Russland-Debatte in Deutschland ausrichten.
  • Der Deutschland Cup endete nach dem 1:3 gegen Lettland ohne deutsche Titelverteidigung.
  • Bei der U20-WM soll Russland nach einem neuen Spielplan in der Schweizer Gruppe antreten.
  • DEB-Chef Frank Lutz hofft für die Heim-WM 2027 auf eine diplomatische Lösung der Russland-Frage. - Bild: Markus Lenhardt/dpa
  • Um Russlands Rückkehr zur Eishockey-WM wird weiter gerungen. (Archivbild) - Bild: Matt Slocum/AP/dpa
  • DEB-Chef Lutz ehrt Lettland als Turniersieger - Bild: Markus Lenhardt/dpa
DEB-Chef Frank Lutz hofft für die Heim-WM 2027 auf eine diplomatische Lösung der Russland-Frage. - Bild: Markus Lenhardt/dpa Um Russlands Rückkehr zur Eishockey-WM wird weiter gerungen. (Archivbild) - Bild: Matt Slocum/AP/dpa DEB-Chef Lutz ehrt Lettland als Turniersieger - Bild: Markus Lenhardt/dpa

DEB hält an WM in Deutschland fest

Die Debatte über eine mögliche Rückkehr Russlands in den internationalen Eishockeysport hat beim Deutschland Cup die verpasste Titelverteidigung der deutschen Auswahl überlagert. Der Deutsche Eishockey-Bund konzentriert sich deshalb auf die Planung der Weltmeisterschaft im Mai in Deutschland.

Turnier sportlich nicht im Mittelpunkt

Das Debüt von Bundestrainer André Rankel verlief durchwachsen. Nach dem 1:3 gegen Turniersieger Lettland am Samstag stand vor dem abschließenden Spiel gegen die Slowakei fest, dass Deutschland den Titel beim Heimturnier nicht verteidigen konnte.

DEB verlangt schnelle Entscheidung

Eine Rückgabe der Weltmeisterschaft plant der Verband nach den Worten von DEB-Vorstandschef Frank Lutz nicht. Das Turnier soll in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim stattfinden; Lutz zeigte sich optimistisch, dass die Ausrichtung gelingen werde.

Der DEB will wegen des laufenden Kartenverkaufs möglichst noch in diesem Jahr Klarheit über die Teilnahme Russlands. Der Weltverband IIHF kündigte an, die Vorgaben des Internationalen Sportgerichtshofs umzusetzen und zugleich Gespräche mit den betroffenen Verbänden zu führen.

Neue Begründung als mögliche Option

Der DEB favorisiert eine erneute Suspendierung Russlands mit einer anderen Begründung, etwa mit dem Schutz der Integrität des Sports. Lutz verwies darauf, dass neue Sachverhalte auch neue Entscheidungen ermöglichen könnten.

Konflikt bei der U20-WM

Für die U20-Weltmeisterschaft in Kanada wurde nach Angaben des Schweizer Verbands bereits ein neuer Spielplan mit Russland und ohne Norwegen verschickt. Russland soll in der Schweizer Gruppe spielen, während Deutschland der anderen Vorrundengruppe zugeordnet ist.

Der Schweizer Verband erklärte, seine U20-Auswahl werde trotz politischer Neutralität nicht gegen Russland antreten. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte an, einer russischen Auswahl keine Visa zu erteilen.

Ukraine droht Platzverlust

Auch für die A-Weltmeisterschaft haben mehrere Nationen einen Startverzicht angekündigt, sollte Russland teilnehmen. Sponsoren stellten ihren Rückzug in Aussicht; zugleich lehnen DEB und Bundesregierung es aus moralischen Gründen ab, dass die sportlich qualifizierte Ukraine für Russland aus dem Teilnehmerfeld weichen muss.

Die Bundesregierung ist bei Visa-Entscheidungen für russische Sportler mit Blick auf den Deutschen Olympischen Sportbund und eine mögliche Münchner Olympia-Bewerbung bislang zurückhaltend.

Das CAS-Urteil verändert die Ausgangslage für die Eishockey-WM 2027 in Deutschland grundlegend. Der Internationale Sportgerichtshof beanstandete nach den vorliegenden Berichten vor allem die Begründung des bisherigen Ausschlusses russischer Teams. Damit steht der Weltverband IIHF vor dem Dilemma, einer gerichtlichen Entscheidung Folge zu leisten und zugleich einen sportlich, politisch und wirtschaftlich tragfähigen Wettbewerb zu sichern.

Für den DEB geht es nicht nur um die Frage, ob Russland teilnehmen darf. Die Debatte berührt den Kartenverkauf, die Sicherheitsplanung, Sponsorengelder und die Bereitschaft anderer Nationalverbände, gegen ein russisches Team anzutreten. Ein Boykott einzelner Mannschaften könnte den Spielplan und die wirtschaftliche Kalkulation der WM erheblich beeinträchtigen.

Rechtlicher Spielraum und politischer Druck

Der IIHF prüft nach dem Urteil verschiedene Optionen und will Gespräche mit betroffenen Verbänden führen. Zugleich eröffnet eine neue, rechtlich präzisere Begründung grundsätzlich die Möglichkeit einer erneuten Suspendierung. Der DEB setzt deshalb auf eine schnelle Entscheidung noch in diesem Jahr, weil zentrale organisatorische Fragen bereits während des laufenden Ticketverkaufs geklärt werden müssen.

Besonders konfliktträchtig ist die mögliche Verdrängung der Ukraine aus dem Teilnehmerfeld. Für Zuschauer in Deutschland dürfte die Entscheidung des Weltverbands daher nicht nur den sportlichen Wettbewerb, sondern auch die Zusammensetzung des Turniers, die Sicherheitsmaßnahmen und die Durchführung einzelner Spiele bestimmen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Nach CAS-Urteil - Eishockey-WM in Deutschland mit Russland? Weltverband IIHF spielt auf Zeit“ (07.11.2026)

Der Beitrag habe berichtet, der IIHF wolle nach dem CAS-Urteil alle Optionen prüfen und Gespräche mit den betroffenen Verbänden führen. Anders als die dpa-Meldung habe er zusätzlich die rechtlichen Schwächen der bisherigen Begründung und die mögliche Rolle der Bundesregierung herausgestellt.

Frankfurter Rundschau: „Eishockey-WM-Boykott: Bundesregierung hält WM mit Russland für „faktisch unmöglich“ – DEB macht Druck“ (07.11.2026)

Der Artikel habe den möglichen Boykott mehrerer Nationalverbände und die wirtschaftlichen Risiken für die WM in den Mittelpunkt gestellt. Er bestätige den Zeitdruck des DEB, ergänze aber Angaben zu angekündigten Boykotten und Sponsoren, die in der dpa-Meldung nicht im Vordergrund stünden.

Gemeinsam sei den Beiträgen die Einschätzung, dass das CAS-Urteil den IIHF und den DEB zu schnellen Entscheidungen zwinge. Unterschiede gebe es vor allem beim Schwerpunkt: Während der Deutschlandfunk die rechtlichen Optionen betone, fokussiere die Frankfurter Rundschau auf Boykott- und Finanzrisiken.

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